Kaffeefahrt in der Eifel

Einen wunderschönen guten Bon Giorno, frei nach Rene Marik,

 

ich habe eben mit Schrecken festgestellt, dass der Blog ganz schön hinkt, dass ich lange nichts mehr geschrieben habe und das soll sich hiermit ändern. Immerhin hat sich seit dem letzten Eintrag ordentlich was getan. Was genau? Ganz einfach: Ich bin wieder ein glücklicher Mensch! Warum? Diejenigen wissen schon bescheid.

So, jetzt aber zum eigentlichen Grund meine neu entdecken Schreibseeligkeit. Zwei Jahre Pause waren angesagt, im Juli ging es dann endlich wieder in Eifel, der eine oder andere wird es sich schon denken, der Nürburgring hatte mich wieder in seinen Bann gezogen. Die Formel 1 trug dort den großen Preis von Deutschland aus. Durch die neu aufkommende Vettelmania war die ganze Sache natürlich deutlich interessanter, mehr dazu aber später. Neben der Formel 1 stand an diesem Wochenende aber noch ein zweites Highlight an: Die große Eröffnung des neuen Nürburgrings. Aber fangen wir vorne an. Die Wirtschaftskrise wirkte sich in diesem Jahr auch auf mein Portmonnaie aus und genau aus diesem Grund fiel die Entscheidung, nicht wie sonst ein ganzes Wochenende am Ring zu verbringen, nein, ein Freitag tat es auch. So waren schnell 160 Euro gespart, mindestens.

Kaum auf dem Parkplatz angekommen musste mein Vater natürlich wieder seiner latenten Blasenschwäche Tribut zollen. Ich nutzte die Zeit schon einmal und schwatzte einem fliegenden Händler zwei Tageskarten ab, legte40 Euro auf den nicht vorhandenen Tisch und machte mich auf in Richtung Start/Ziel. Kurz darauf stieß mein Vater dann wieder dazu. Am Horizont tat sich schon das erste deutliche Anzeichen des neuen Nürburgrings auf. Der Ring Racer – eine schier unglaubliche Achterbahn, die schnellste der Welt um genau zu sein. Ein unglaubliches Ding, und wir waren ja noch knapp 700 Meter davon entfernt. Auf dem Weg zur Strecke baute sich dann rechts von uns so ganz nebenbei das Eifeldorf Grüne Hölle auf. Eine Art Centerpark im Stil der Eifel. Auch sehr beeindruckend. Vor allem, wenn man bedenkt, dass da, wo jetzt eine riesige Themenlandschaft entstanden ist, wo vor knapp zwei Jahren noch Wald war. Wirklich sehr sehr beeindruckend. Aber zurück zum Ring Racer, wir kamen dem Teil also immer näher und je näher man kam, desto mehr ging einem der Stift. Neben der ersten Schleife dieser pompösen Achterbahn stand, wie auch in den Jahren zuvor, die Bilstein – Tribüne. Nunja, ich bin ein Mensch, der leider Gottes unter Höhenangst leidet, vor einigen Jahren stand ich bei der DTM eben auf dieser Bilstein – Tribüne und mir ging echt die Düse. Der Ring Racer überragt diese Tribüne aber noch locker um 10 Meter. Für mich stand also schnell fest: Das Ding ist nichts für mich, obwohl ich die Beschleunigung (von Null auf 217 in 2,4 Sekunden) gerne mal erleben würde.

Aber nicht nur die schnellste Achterbahn der Welt hat mir die Schuhe ausgezogen, insgesamt ist der neue Ring ein richtig amtliches Ding geworden, absolutes Highlight ist die Tatsache, dass mitten auf der neuen Vergnügungsmeile ein Subway Laden hingesetzt wurde.

Zurück zur Formel 1: Ich hab mich besonders auf die Königsklasse gefreut, seit gut einem Jahr habe ich meine SLR Kamera, die Schlauen unter euch haben sicherlich schon gemerkt, dass 2007 also noch mit der alten Kamera angegangen werden musste. Ergo, nach DTM, WTCC und Fia GT war die Formel 1 also die ultimative Bewährungsprobe für meine fotografischen Künste. Und, was soll ich sagen, es macht umso mehr Spaß die Boliden mit vernünftigem Equipment zu jagen. Aber Fotos sind das Eine, der Sound der Autos ist etwas ganz besonderes. Nach wie vor, zumal es durch den Wegfall der Traktionskontrolle noch ein bisschen puristischer geworden ist. Am Ende des Tages sammelten sich gut 1200 Fotos auf der Speicherkarte, reicht oder?

Aber zurück an die Strecke. Das Tolle an einem Freitagsticket ist, dass man auf nahezu alle Tribünen darf, sprich theoretisch einmal um die Strecke düsen kann, wenn man denn fix genug auf den Beinen ist, wir waren es aber zum Glück. Auf dem Weg von Tribüne zu Tribüne hielt ich dann immer wieder Ausschau nach einer Sebastian Vettel Cap. Der Nürburgring hatte für den Jungstar extra eine eigene Tribüne ins Leben gerufen. Fans, die ein Ticket für eben diese Tribüne ergatterten, bekamen noch eine Basecap dazu und die sah gar nicht mal so schlecht aus. Problem an der ganzen Geschichte war, dass dieses Teil 30 Euro kostet und ich nicht bereit war, soviel dafür auszugeben. Aber ich war frohen Mutes, dass es irgendeinen Händler geben würde, der das Ding für weniger als 30 Euro anbieten würde…keine Chance, das höchste der Gefühle waren 29 Euro. Selbst in Nürburg selbst keine Billighändler. Also ging ich ohne Cap nach Hause, aber ich ging bzw. fuhr glücklich nach Hause. Die Formel 1 ist eben ein absolut beeindruckendes Erlebnis und ich kann es jedem, wirklich jedem empfehlen, sich das mal live zu geben.

1 Kommentar 27.8.09 16:36, kommentieren

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20,8 km, die mich geprägt haben

Moin Moin Leute,

vorweg natürlich erstmal für all die, denen ich es noch nicht persönlich sagen konnte: Frohes Neues und viel Glück in 2009. Ich hoffe ihr seid alle gut reingerutscht und hattet vorher noch ein paar schöne und besinnliche Weihnachtstage. Für mich persönlich endete 2008 mit einem echten Highlight. Schon seit ich ein kleiner Junge bin und mit meinem Vater regelmäßig am Nürburgring war, träume ich schon davon, selbst einmal über die Nordschleife zu jagen. Am 27. Dezember war es dann soweit, ich war über die Feiertage nach Frankreich zu meiner Familie gefahren und auf dem Rückweg habe ich dann einen kleinen „Umweg“ gemacht. Und die Eifel meinte es gut mit mir, es war ein herrlicher Wintermorgen, kein Regen, kein Schnee, trockene Straße. Schneller als ich gucken konnte, hatte ich das Ticket für eine Runde in der Hand und dann ging es auch schon los. Vor mir lagen 20,8 km feinster Rennasphalt, 73 Kurven, davon 33 Links- und 40 Rechtskurven und sage und schreibe 290m Höhenunterschied. Klingt alles furchtbar aufregend und ich kann euch sagen, das ist es auch. Aber fangen wir vorne an. Die Schranke öffnete sich und ab ging die wilde Fahrt. Döttinger Höhe/ Übergang Tiergarten, schon nach wenigen Metern lernte ich Fliehkräfte kennen, die ich mir und meinem Auto bisher nicht zutraute. Bis zum Hatzenbach lies ich es dann erstmal vorsichtig angehen, aber dann trat ich beherzt auf den Stempel, kurz vor der Kuppe am Flugplatz wagte ich dann mal einen flüchtigen Blick auf meinen Tacho, die Nadel lag irgendwo zwischen 180 und 190 km/h. Dementsprechend eng wurde die Strecke dann auch, aber irgendwie kam ich mehr oder weniger schnell und unbeschadet durch das Schwedenkreuz. Am Aremberg vergewisserte ich mich dann schnell noch, dass ich auch wirklich ein funktionierendes ABS habe, dann ging’s mit knapp 190 weiter in Richtung Fuchsröhre und da war dann nur eins angesagt: Eier in beide Hände und ab dafür. Das Schlimme an dieser Senke ist allerdings, dass sie gerade so mit Hängen und Würgen voll geht, einem aber gleichzeitig durch die Fliehkräfte sehr schnell schwarz vor Augen werden kann. Oben hat kann dann aber kaum eine Chance zum Durchatmen, denn es geht sofort weiter durch den Adenauer Forst, eine sehr schwierige Links/Rechts Kombination. Und jetzt kommen die Streckenabschnitte, die ich persönlich am Wenigsten mag, weil sie schlicht und einfach sehr eklig zu fahren sind. Wehrseifen, Breidscheid, Ex – Mühle und Bergwerk, hört sich zwar alles wunderbar an, lässt sich aber nur sehr schwierig meistern, die Kurven machen unerwartet zu, an der Ex – Mühle geht’s unglaublich lange bergauf. Doch kaum hat man diese Passagen gemeistert, schon wird man mit einer wunderbaren Aneinanderreihung von Mutkurven belohnt. Ende dieses Abschnittes stellt dann das Karussell dar. Dort merkt man durch die ganzen Betonplatten dann jeden losen Zahn. Weiter geht’s zum höchsten Punkt der Strecke, zur Hohen Acht, anschließend zum Wippermann, Brünnchen und Pflanzgarten, allesamt wunderbar zu fahrende Kurvenkombinationen, sehr anspruchsvoll, aber auch sehr flüssig. Und auch wenn ich meinen Löwen am Brünnchen fast verloren habe, muss ich sagen, dass ich ab Kilometer 14 den meisten Spaß hatte. Das lag unter anderem auch an der Zufahrt zum Schwalbenschwanz, denn dort kommt man noch einmal richtig auf Geschwindigkeit. Was folgte war der Galgenkopf und dann ging es wieder zurück auf die Döttinger Höhe und so neigte sich nach knapp 10 Minuten meine erste Runde Nordschleife dem Ende. Wer jetzt denkt, dass es ja nicht so pralle sein kann, 20 Kilometer durch die Eifel zu fahren, dem sei eines gesagt. Als ich auf dem Parkplatz an der Zufahrt zum Halten kam, zitterte ich am ganzen Körper, aber ich war überglücklich, und bin es immer noch.

1 Kommentar 12.1.09 18:20, kommentieren

Ausgebildete Torhüter werden auch oft überschätzt

Vor gar nicht so langer Zeit hat es uns ja nach Leverkusen verschlagen, damals setzte es eine böse 0:4 Klatsche, am vergangenen Sonntag folgte dann die nächste Auswärtsfahrt, und es war wohl auch die letzte im Jahr 2008. Ziel war die VW Arena in Wolfsburg, eine relativ kurze Reise also. Aber nicht nur die Fahrzeit hatte sich drastisch verkürzt, nein, auch die Besetzung war eine andere. Lupi und Daniel blieben zuhause, Jan und Carsten waren wieder mit an Bord. Und letzterer war es auch, der den Mittag wieder etwas spannender gestaltete, als nötig. Ganz nach seinem Motto, das er auch schon vor der Studienfahrt ausgepackt hatte, hieß es bei ihm auch dieses Mal „Ach, in zwei Minuten kommt die Bahn, ich geh jetzt mal duschen.“. Logische Konsequenz war dann die SMS, die mich wenige Minuten vor der verabredeten Zeit erreichte.  „Scheisse ich hab die bahn verpasst. Bin so um 35 erst da. Kauft euch schonmal was ihr braucht und bringt mir bitte ne lucky mit. Bis gleich. Carsten“. Tjoa, hätte mich auch stark gewundert, wenn er pünktlich am verabredeten Treffpunkt gewesen wäre. Nunja, Jan war auf jeden Fall pünktlich und so stratzten wir zwei Adonisabklatsche durch den Bahnhof, um uns mit Bier und Kippen zu versorgen. Nett, wie wir nun einmal sind, haben wir natürlich auch an Carsten gedacht und ihm auch was zu trinken mitgebracht. In der Bahn, Carsten erreichte Sie zwei Minuten vor Abfahrt, stellten wir dann allerdings schnell fest, dass er unsere Aufmerksamkeit in Form von zwei Dosen Paris – Hilton – Prosecco nicht zu schätzen wusste. Undankbares Pack! Wie dem auch sei: Knapp Viertel vor drei setzte sich der Sonderzug dann in Bewegung. Was folgte waren 60 Minuten, in denen wir die Party des vergangenen Freitags analysierten. Kurz vor 4 erreichten wir dann die wunderschöne Stadt, auch Messeparkplatz Ost – Ost genannt. Wir machten uns direkt auf in Richtung VW Arena, zum Glück ist Wolfsburg nicht sooo groß, sodass sich die Wegstrecke in Grenzen hielt. Am Stadion angekommen, machte speziell ich dann gleich Bekanntschaft mit den Einheimischen, einer davon begrüßte mich gleich mit einem landestypischen „Zieh das Trikot aus du Lutscher“, prompt bekam er mein Schlüsselbein zu spüren. Vorbei an der Wölfikurve und zahlreichen Erfolgsfans erreichen wir dann erst eine Würstchenbude, dann auch unseren Gästeeingang. Der VW Konzert buttert jährlich mehr als 20 Millionen Euro in seinen Verein, hat dann aber nur zwei Eingänge für knapp 5000 Fans übrig. Dementsprechend lange hats dann gedauert, bis wir unseren Block erreichten. Schnell einigermaßen gute Plätze gesichert und dann ging es auch schon los. Auch als Roter muss man nahtlos akzeptieren, dass es sich bei der 1:0 Führung für die Wölfe um eine Traumkombination handelte. Nach der Pause zeigte sich 96 dann stark verbessert, logische Konsequenz war der Ausgleich durch Jürgen Stajner. Der war dann Fünf Minuten später nicht unwesentlich an der erneuten Führung der Gastgeber beteiligt. Knapp Zahn Minuten vor Schluss lief dann plötzlich Herr Dzeko alleine aus Fromlowitz zu, der touchierte ihn leicht, Dzeko überlegte zwei Schritte, ließ sich dann aber letztendlich doch fallen. Der schwache Schiri Kinhöfer zeigte unserem Keeper rot. Das Problem an der ganzen Geschichte war jedoch, dass Hecking schon dreimal gewechselt hatte, es musste also ein Feldspieler ins Tor. Jan Rosenthal übernahm diese Aufgabe und kratzte den folgenden Elfmeter sensationell aus der, von ihm gesehen, linken Ecke, es blieb also beim 1:2. Fortan skandierten wir „Die Nr.1 im Tor ham wir...!!!“. Die Stimmung, die zwischenzeitlich ein wenig eingeschlafen war, kochte nun wieder. Leider rettete Wolfsburg die knappe Führung über die Zeit, enttäuscht waren wir trotzdem nur auf geringe Art und Weise. Auf dem Weg zurück zum Bahnhof blieb dann genug Zeit zum Philosophieren: „Warum sind die Wolfsburger Polizeipferde so klein? Warum dauert es so lange, 25.000 Leute von A nach B zu leiten? Warum is da ein Typ mit einem Gladbachschal rumgelaufen? Warum beleuchtet die Stadt Wolfsburg die Schornsteine des VW Werkes?“. Fragen über Fragen und nur wenige Antworten. Knapp 1:15 Std später war dann die Heimat wieder erreicht und eine kurze, aber nicht minder lustige Auswärtsfahrt war Geschichte. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Jan und Carsten, von dem ich noch Geld kriege...

8.12.08 19:20, kommentieren

"Halb und Halb" is ne Definitionssache!

Gut ein Jahr nach der letzten Auswärtsfahrt, die mich nach Bielefeld verschlagen hat, wurde es mal wieder Zeit mit dem HSV auf Reisen zu gehen. Als Ziel wurde die wunderschöne „Stadt“ Leverkusen auserkoren. In meinem blauen Partymobil machten wir, das waren dieses Mal Carsten, Daniel, Jan und ich, uns auf in Richtung 96- Fanshop, um uns schon mal im Vorfeld Karten für diesen Kracher zu besorgen. Dort angekommen musste uns der top aktuell gekleidete 96 Mitarbeiter (er trug ein Hannover 96 vs Real Madrid T-Shirt) allerdings mitteilen, dass er die restlichen Karten für den Gästeblock soeben wieder zurück nach Leverkusen geschickt hatte. Egal, ein kurzer Blick in die einschlägigen Fanforen zeigte uns jedoch auf beruhigende Art und Weise, dass auch noch genügend Restkarten an den Tageskassen verfügbar waren. Also konnten wir am folgenden Donnerstag und schließlich am Freitag morgen die letzten Vorbereitungen treffen.

 

Gegen 16:30 Uhr waren dann alle Partywütigen in meinem Auto beisammen – es galt nur noch eine letzte Unklarheit zu bereinigen. Der Sportsfreund Lupi wollte sich auch noch spontan unserer wilden Gesellschaft anschließen. Nachdem er mir knapp zehn Minuten versucht hat zu erklären, wie ich Lohnder denn am Besten ins Nachbardorf Gümmer komme, konnten wir ihm dann mit vereinten Kräften verdeutlichen, dass wir bereits auf dem Weg zu ihm waren. Kurz nach Halb Vier war dann alles, was eine lustige Auswärtsfahrt braucht an Bord. Als da wären fünf junge, gut gelaunte und motivierte Männer in roten Trikots, ein Kasten Herri, drei Mülltüten und vier (?) Frikadellen, die Kollege Bockemüller auf eine wahnsinnige Art und Weise zubereitet hatte. Das große Geheimnis des Rezepts bestand in der Definition von „Halb und Halb“. Jan interpretierte dies so: Hälfte Fleisch, Hälfte Zwiebeln – fertig waren die oralen Duftbäumchen. Vor uns lagen nun 277 Kilometer und ich kann euch versichern, dass kein einziger Kilometer davon langweilig wurde. Für Kamerad Bockemüller wurden die ersten Kilometer allerdings zur einer harten Belastungsprobe. Während sich die übrigen drei Partylöwen auf der Rückbank ein Bier nach dem Anderen genehmigten, hielt sich Jan äußerst diszipliniert an die eigens auferlegte Beertime. Diese Wartezeit versüßte er allerdings nicht nur uns mit feinstem Humor, sondern auch den anderen Verkehrsteilnehmern. Schon auf dem Weg zur Autobahn nahmen wir in Person von Jan Kontakt zu einem Pizzaboten auf. Dieser konnte allerdings eher weniger mit der Charmeoffensive von Jan anfangen. Auf der Autobahn dann folgten zahlreiche philosophische Weisheiten über die verschiedensten Dinge. Kurz vor dem Kamener Kreuz, also schon nach dem „Point of no return“ wurde es auf der Autobahn dann immer voller, sodass der Verkehr zum Stocken kam. Die erneute Chance für Jan, uns von seinen Flirtfähigkeiten zu überzeugen. Sein Opfer, ein belgischer Mitbürger ignorierte ihn allerdings hartnäckig. Uns blieb also eine Neuauflage von „Der Dicke und der Belgier“ erspart. Wenige Minuten später wechselten wir von der A2 auf die A1 in Richtung Köln und nahmen die letzten knapp 100 Kilometer in Angriff.

 

Irgendwann war dann Leverkusen erreicht, ein Parkplatz war auch schnell gefunden. Kaum ausgestiegen nahm Jan schon wieder Kontakt mit den Einheimischen auf und versuchte einem kleinen Jungen, der offenbar nichts anderes zu tun hatte, als planlos durch die Gegend zu rennen., zu zeigen, wie ein Runingman gefälligst zu laufen hat. Was nun folgte war ein knapp 20 minütiger Fußmarsch zur BayArena, vorbei an all den Sehenswürdigkeiten Leverkusens: Wohnhäuser, ein Polizeirevier, noch mehr Wohnhäuser, Rainer Calmunds Privatbunker. Plötzlich tat sich vor uns dann etwas auf, auf der die Leverkusener vermutlich extrem stolz sind: ein Kinderspielplatz. An sich konnten wir das Stadion schon sehen, hören und riechen, wir mussten uns nur noch entscheiden, wo wir den Gästeblock vermuteten. In Anlehnung an der Situation in der Nachbarstadt Köln entschlossen wir rechts abzubiegen. An sich war das natürlich der falsche Weg, allerdings kamen wir dadurch noch an einer weiteren Sehenswürdigkeit vorbei: Geronimo's Getränkemarkt. Auch die Leverkusener schienen extrem stolz auf ihren Geronimo zu sein. Anders kann ich mir nicht erklären, warum das ganze Dorf bei ihm vor der Hütte stand. Wenige Minuten später tat sich vor uns dann endlich die Baustelle BayArena auf. Ein paar nette Ordner verhalfen uns den richtigen Weg zum Gästeblock einzuschlagen, schnell Karten gekauft, durch die Eingangskontrolle, mit Bier und Essen versorgt und ab in den Block. Schon bald stand eine elementare Frage im Raum: Was zur Hölle ist das für ein Bier? Das wird doch wohl nicht...nein, das kann gar nicht sein! Haben die irgendwelche Pillen aus dem Bayerwerk ins Bier geschmissen, oder ist das wirklich alkoholfreies Bier? Mehr oder weniger schnell erhielten wir die Antwort auf diese Frage. Ähnlich wie bei Jans Frikadellen lautete auch beim Bier die Devise „halb und halb“. Aber Jan wäre nicht Jan, wenn er dagegen kein Mittel hätte. Er kaufte sich direkt zwei Bier, zwei mit halbem Alkoholgehalt, zusammen also quasi ein Bier mit normalem Alkoholgehalt, ist doch logisch oder? Jan hatte das Duell gegen die Bierindustrie also gewonnen.

 

Das Spiel war schnell entschieden und so drängte sich immer mehr ein zweites Duell in den Vordergrund: Wir fünf Leute von der Partygesellschaft gegen die Ultras. Diese meinten ab einem bestimmten Zeitpunkt, es genüge, sich selbst zu feiern. Vielleicht ist ihnen auch einfach kein zweiter Schlachtruf eingefallen. Wie dem auch sei, wir hingegen waren der Auffassung, man müsse nun ein wenig Galgenhumor mit in unsere Gesänge einfließen zu lassen. Schnell gewann unsere Widerstandsbewegung immer mehr Anhänger. Die restliche Spielzeit nutzten wir, um Putschpläne gegen die Ultras zu schmieden. Kern dieser Pläne war die Eroberung des Megaphons. Schnell stellen wir fest, dass wir aber eigentlich gar kein Megaphon brauchten. Um es auf den Punkt zu bringen. Wir vernichteten die Ultras mit unseren „Auswärtssieg!“, „Wir sind stolz auf unser Team aus Hannooooover“ und ähnlichen Gesängen. Der absolute Triumph folgte allerdings erst nach dem Schlusspfiff. So langsam leerte sich der Gästeblock nach und nach, bis irgendwann nur noch wir fünf Helden übrig waren. Wir hatten gesiegt! Triumphierend machten wir uns nach wenigen Minuten dann wieder auf den Rückweg. Natürlich nicht ohne die vier unglücklichen Abseitstore der Leverkusener zu analysieren. Nebenbei taten sich noch einige Merkwürdigkeiten auf. Kleines Beispiel gefällig? Die Leverkusener nummerieren ihre Bäume! Kein Scheiß! An jedem Baum rund um das Stadion hängt eine kleine Plakette mit einer Zahl. Warum? Keine Ahnung. Die nun folgenden Minuten waren dann geprägt von versuchten Provokationen der Einheimischen in Bezug auf einen gewissen Herrn Enke, die wir jedoch erfolgreich im Keim ersticken konnten. Nach mehreren Stunden hatten wir dann meinen blauen Löwen erreicht, Jan holte sich schnell noch eine Flasche Kulturgut von einem Kiosk und dann ging es in Richtung Heimat. Lupi verabschiedete sich nach wenigen Metern und träumte im Folgenden wahrscheinlich nur noch von vollbusigen 17- Jährigen. Kurz nach Hagen beherrschte dann nur noch ein Thema das Geschehen. Die Partyvorbereitungen für eine Orgie, die im kommenden Jahr im Großraum Hannover stattfinden wird und für die Ewigkeit ihres Gleichen suchen wird. Kurz nach Drei war dann Gümmer erreicht, was folgte war „Die Kurve“ und ein letzter Zwischenstopp bei McDonalds. Es ist unglaublich schwer einem Unbeteiligten zu erklären, warum diese Auswärtsfahrt die lustigste meines Lebens war, man musste einfach dabei sein, um es nachvollziehen zu können. Es waren einfach unglaublich viele Situationwitze dabei, die mir die Tränen in die Augen getrieben haben. Jetzt im Nachhinein würde sie keiner verstehen, deswegen erwähne ich sie hier nicht.

 

Abschließend möchte ich zunächst Carsten, Daniel, Jan und Lupi für diese unglaublich lustige und einfach nur geniale Fahrt danken, zum anderen möchte ich noch ein paar Fragen in den Raum stellen: Warum hat Burger King in Lichtendorf nur bis 22:30 Uhr geöffnet? Kann man in Kippekofen Kippen kaufen? Dient die Verpflegung im Stadion von Leverkusen als Testträger für das Bayerwerk? Waren wir im Fernsehen und als letzte Frage: Hat Jürgen Stajner gestern Abend gespielt?

 

 

In diesem Sinne: Keep laughing!

 

1 Kommentar 21.9.08 13:25, kommentieren

Heute Abend Pub???

Die 13. Klasse bringt üblicherweise einen sehr angenehmen Ausflug mit sich, die Studienfahrt. Unser Zweig hatte sich die irische Hauptstadt Dublin als Ziel ausgesucht. Am 14. Oktober ging es dann los. Allerdings erst einmal mit richtig viel Stress. Verantwortlich dafür war ich selbst. Auf dem Weg zu Carsten, den ich mit zum Bahnhof genommen habe, bemerkte ich, dass ich mein Handy vergessen hatte. Kein Problem, denn wir hatten ja genug Zeit eingeplant. Was allerdings nicht geplant war, war die Tatsache, dass Carsten zum verabredeten Zeitpunkt sich erst auf den Weg unter die Dusche machte. Naja, zum Glück habe ich eine sehr spontane Schwester, die mir dann mein Handy zum Bahnhof in Hannover brachte. Um 19 nach stiegen wir dann in den Zug, 20 nach ist er abgefahren. Punktlandung. Dann gings also mit der Bahn in Richtung Bremen. Dort ging dann der Flieger nach Dublin, ich weiß es ist eigentlich verboten, als Hannoveraner ab Bremen zu fliegen, aber naja, war eben billiger. Nach eineinhalb Stunden Flug hatten wir dann wieder festen Boden unter den Füßen. Irischen Boden. Schnell die Koffer geholt, dann ab zum Hostel. Eine ausführliche Beschreibung des Hostels erspare ich euch lieber. Es ist es schlicht und einfach nicht wert. Einige Details sind allerdings äußerst erwähnenswert. Z.B. unser Zimmer. Es begrüßte uns mit Hochbetten, schätzungsweise 1,90m lang. Sechs Betten auf max. 15 m². Dazu ein kleines Wandbrettchen, ein Tisch, der genauso klapprig war wie der Stuhl. Das absolute Highlight war aber ein kackender Esel von Picasso, der unsere Wand schmückte. Highlight Nummer zwei war das sensationelle Panorama, das sich uns bot. Die Bahn in Sichtweite, dazu ein schöner Blick auf die Ghetto artigen Hinterhöfe Dublins. Kurz ausgepackt und dann schnell mal einen Blick in die Stadt geworfen. Schnell stachen uns die unglaublich hohen Preise ins Auge. Ein Beck's (0,5l) für 2,50€, eine stinknormale Falsch Vodka für 30€ und mehr. Das saß. Naja, Hunger hatten wir dann irgendwann auch. Also schnell zu Burger King, da dann der nächste Schock. Ein einfaches Menü für acht Euro. Schnell entwickelte sich Spar zu unserer Hungerhochburg. Auch da waren die Preise zwar deutlich über denen, die wir gewohnt waren, aber wenigstens einigermaßen bezahlbar.

Der nächste Tag führte uns in das Guinness Storehouse, das vor allem durch seinen Blick auf Dublin bestach, und in ein Gefängnis, in dem viele Revolutionäre und Freiheitskämpfer ihren Tod fanden. An sich richtig interessant. Abends folgte dann die erste Partynacht. Sie begann mit Wolle Petry und endete im CitiClub. Dort fand Zimmerkamerad Jan tiefste Befriedigung in einer jungen Dame, die wahnsinnige Sachen mit ihrem Bein anstellen konnte. Tag zwei sah dann einen Besuch der Bank of Ireland vor, eher langweilig. Genauso wie das Trinity College, das wir anschließend besuchten. Ausnahme war die Bibliothek, die einen vor Ehrfurcht erstarren ließ und ein irischen Alphavogel, der in der Lage war, fast ein komplettes Baguette in einem Stück zu verschlingen. Abends folgte dann noch ein so genannter Pub Crawl. Wir begleiteten zwei Musiker, die von Pub zu Pub zogen, dort für ein wenig Livemusik sorgten, um dann weiter zu ziehen. Den würdigen Endpunkt dieses Pub Crawls setzten wir dann selbst, indem wir das Niedersachsenlied zum Besten gaben. Der nächste Morgen wurde dann unerwartet langweilig. Dafür sorgte nicht die Stadtführung durch Dublin, sondern der Guide, der uns von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit führte. Eine Stadtführung dieser Art lohnt sich allerdings erst dann, wenn man schon zehn mal in Dublin war und noch etwas neues sehen möchte. Für Erstankömmlinge war diese Führung aber nichts. Der Nachmittag stand dann zur freien Verfügung, also beschlossen wir auf eigene Faust zum Croke Park zu marschieren. Dort erwarteten uns dann zwei Welten, zum Einen der Croke Park selbst, eines der modernsten Stadien der Welt und zum Anderen der slumartige Wohnbezirk rund um das Stadion. Es wurde einem schon ein bisschen mulmig, als man in den engen Gassen hinter der abgeflachten Tribüne entlang ging. Überall Stacheldraht und da, wo kein Stacheldraht war, ragten Glassplitter aus den Wänden. Ab und zu konnte man dann auch noch ein paar Kinderklamotten und Fußbälle in den Zäunen sehen. Das war teilweise schon ein bisschen beängstigend. Nach wenigen Minuten waren wir dann vor der Gegengeraden angekommen. Zwischen uns und dem Croke Park waren nur noch die Eingangskreuze und ein brasilianischer Ordner. Ein netter Kerl. Nach einem kurzen Plausch ließ er uns dann noch unsere Fotos machen, sodass wir glücklich von Dannen ziehen konnten. Aufgrund des EM Qualifikationsspiel zwischen Irland und Zypern gleichte das Stadion an diesem Tag allerdings einer Festung. Zeitgleich mit den Iren spielte auch die deutsche Nationalelf gegen Tschechien. Wir beschlossen das Spiel in einer Sportsbar zu schauen. Naja, Deutschland wurde von den Tschechen vorgeführt. 0:3! Wir waren bedient. Dieses Gefühl der Niederlage zog sich dann auch noch in den nächsten Tag, der relativ früh mit einer Busfahrt nach Belfast begann. Dort angekommen, stärkten wir uns erst einmal mit einem Hunters Chicken. Lecker dieses Zeug, allerdings musste man, ob man wollte oder nicht, sofort husten, wenn man alleine den Duft der Sauce einatmete. Danach folgte eine Stadtführung der besonderen Art. Zum Einen war der Guide einer der besten, die ich jemals erlebt habe, zum Anderen steckt Belfast voller Geschichte, die absolut greifbar ist und an jeder Straßenecke unmittelbar zu spüren ist. Ich hatte so meine Vorurteile gegen Belfast, aber ich muss sagen, dass ich alle innerhalb dieses Nachmittags verlor. Belfast ist einfach eine richtig schöne Stadt. Ganz nebenbei kam es in der nordirischen Hauptstadt zu einem Duell, das in die Geschichte eingehen wird. Daniel und Ich lieferten uns ab dieser Führung nun auch ganz offiziell einen Kampf um die Krone der Fotos. Ein digitaler Schwanzvergleich sozusagen. Mehr dazu aber später. Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück in Richtung Dublin. Im Übrigen wurde auch das ultimative Satz der Studienfahrt geprägt. Er stammte von Lennart und bestach durch Fachwissen und unglaublicher Kompetenz. „Kann man Kuhfleisch wirklich essen? Ich habe das noch nie auf einer Speisekarte gesehen. Das ist doch bestimmt giftig!“ Muss man dazu noch was sagen? Der vorletzte Tag bot uns dann nochmal ein echtes Highlight. Ein Cliff Walk. Eine Wanderung. Ich weiß, es hört sich jetzt nicht wirklich nach einem Traum an, aber es waren einfach sensationell schöne Bilder. Leider machte ich an diesem Tag so viele Fotos, dass mein Kameraakku langsam aber sicher die weiße Fahne schwenkte. Aber ich konnte einfach nicht anders, als all diese wunderschönen Impressionen auf meiner Speicherkarte festzuhalten. Glücklich aber auch geschafft ging ist dann abends wieder zum Hostel zurück. Nach einer kurzen Rehabilitationsphase folgte ein schon fast legendärer Pubabend, ein legendär schlechter. Naja, ich möchte nicht weiter darauf eingehen. Auf jeden Fall habe ich an diesem Abend Seiten an meinen Mitschülern kennen gelernt, die ich lieber nicht nochmal sehen möchte. Der letzte Tag diente dann der Ausnüchterung. Ohne uns! Wir machten uns noch einmal auf in Richtung Croke Park, um uns eine Stadionführung zu genehmigen. Und die hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es lässt sich definitiv nicht in Worte fassen, welche Eindrücke wir dort bekommen haben. All dieser Luxus an jeder Ecke und dieser Gigantismus, der schiere Wahnsinn. Wenn ihr einmal nach Dublin kommt und auch nur einen Hauch Sportbegeisterung mitbringt, dann ist eine solche Führung ein Muss. Anschießend folgte dann noch ein Gang durch das GAA Museum, in dem die Geschichte der irischen Nationalsportarten Hurling und Gaelic Football zu bestaunen ist. Sehr beeindruckend, was dort so abgeht. Wieder im Hostel angekommen, gings dann auch schon wieder ans Einpacken. Schließlich war es der letzte Abend in Dublin. Ein Abend, an dem wir es aber auch noch einmal richtig krachen ließen. Dementsprechend verkatert ging es dann nächsten Morgen auf in Richtung Airport. Es folgte ein entspannter Flug, eine noch entspanntere Bahnfahrt und ein Wiedersehen mit dem Menschen, den ich über alles liebe!

1 Kommentar 7.11.07 23:48, kommentieren

Europa GP 2007 am Ring (3/3)

Was folgte, war das Highlight des Wochenendes, der Rennsonntag. Man merkte jedoch deutlich, dass es schon der dritte Tag voller Action war. Das Aufstehen fiel nicht mehr ganz so leicht, wie am Freitag, die Vorfreude allerdings stieg ins Unermessliche. Aufgrund der Strapazen der Vortage entschlossen wir uns spontan dazu, das Formel BMW Rennen ohne uns stattfinden zu lassen. So machten uns pünktlich zum zweiten Lauf der GP2 auf in Richtung Nürburgring. Zumindest dachte ich, dass wir pünktlich unsere Plätze einnehmen konnten. Was ich jedoch nicht berücksichtigte war die Tatsache, dass mein Vater sich vor der Abfahrt spontan dazu entschloss, den Hund durch die halbe Eifel zu jagen. Dementsprechend war der Zeitplan schon etwas eingeengt. Faktor 2, der letztendlich zu einer Verspätung führte war ein kleiner Stau auf dem Weg zum Eifelkurs. Ergebnis dieser Verzögerungen war ein verpasster GP2 Start. Ich hatte nun also schonmal einen mehr oder weniger großen Hals auf Gott und die Welt. Dementsprechend wenig Lust hatte ich dann auch mit meinem Vater per Smalltalk zu kommunizieren. Nur Regen hätte meine Laune weiter drücken können. Aber dieser blieb vorerst aus. Das GP2 Rennen sah dann Javier Villa als Sieger, Lokalmatador Timo Glock, der das Samstagsrennen gewann wurde am Sonntag nur Fünfter. Bruno Senna schied aus. Das erste Highlight des Tages war passé. Es folgte das Nächste. Die Mini Challenge. 36 Mini Cooper S, eine gute Mischung aus jungen, wilden Piloten und Routiniers, dazu noch einige namhafte Gaststarter wie Christian Danner oder Alexander Burgstaller. Perfekte Voraussetzung für ein spannendes Sprintrennen über acht Runden. Dieses Rennen bot Motorsport in seiner reinsten Form. Nichts war zu merken von modernem Motorsport, wie man ihn aus der Formel 1 oder aus der DTM kennt. Im Gegenteil, drei Minis nebeneinander? Kein Problem! Christian Danner, der bei seinem RTL Kommentatorjob eher durch kluge Ratschläge auffällt, zeigte in diesem Rennen, dass er auch hinter dem Lenkrad einiges drauf hat und fuhr aus einer Mittelfeldgruppe bis auf Platz Vier fuhr. Im Allgemeinen bot die Mini Challenge sehr viele spannende Zweikämpfe oder Kampfgruppen, viele Überholmanöver. So vergingen die Acht Runden wie im Flug. Es gewann Daniel Keilwitz vor Ben Spouse. Dritter wurde im ProSieben Mini Hubert Haupt. Kaum fiel die Zielflagge, kaum war der Siegerchampagner vergossen, schon heulten die Motoren des Porsche Supercups auf. Kurz vor 12:00 Uhr starteten dann 30 Porsche 911 GT3 Cup mit 400 PS in ihren siebten Saisonlauf. Auch dieses Rennen bot Rennsport reinsten Wassers. Relativ schnell kristallisierte sich ein Spitzenduo bestehend aus Jeroen Bleekemolen und Christian Menzel als Dominatoren heraus. Dahinter tobte ein Kampf um den verbleibenden Podestplatz. Und wie sooft, wo gehobelt wird, da fallen Spähne. Am Meisten hobelte Uwe Alzen, Beim Angriff auf den Drittplatzierten Richard Westbrook übertrieb er es jedoch ein wenig, drehte sich und beendete das Rennen als Zehnter. Richard Westbrook zeigte sich von diesem Angriff unbeeindruckt und wurde schliesslich Dritter. Gaststarter Frank Biela beendete das Rennen auf Platz 18. Das Rennen des Porsche Supercups war beendet, nun gehört der Ring fest den Formel 1. Es begann mit der Fahrerparade, diesmal nicht wie gewohnt auf einem riesen Truck, sondern alle Fahrer einzeln in den verschiedensten Fahrzeugen. Die Ferraripiloten in einem Ferrari F430, Fernando Alonso und Lewis Hamilton in einem CLK AMG DTM Cabrio. Die weiteren Piloten wurden je nach Arbeitgeber in einem Spyker C8, Lexus SC 430, Renault Megane Cabrio, Honda S2000 und einem Audi RS4 Cario über die 5,1 Kilometer lange Strecke kutschiert. Kurz nach der Fahrerparade stand die Einweihung des Schumacher S an. Michael Schumacher hatte sich die Ehre gegeben und fuhr mit einem F430 höchstpersönlich zu dem Streckenteil, der nach ihm benannt werden sollte. Die eigentliche Einweihung hatte ihm jedoch Lewis Hamilton mit seinem Abflug am Vortag vorweggenommen. Nach einer einstündigen Mittagspause, in der ich mir eine amtliche Portion „Pasta a la Stefano“ genehmigte ging es dann los. Knapp 16.500 PS machten sich auf den Weg in die Einführungsrunde. Spontan fragten wir uns, ob wir noch einmal alle Piloten heile wiedersehen würden. Zum Einen bestand, wie bei jedem Grand Prix die Chance auf einen Startcrash, zum Anderen zogen dunkle Wolken über unsere Tribüne. Wenige Sekunden später spürten wir dann erste Regentropfen. Wir sahen alle Piloten heile wieder, allerdings krachte es in Kurve zwei zwischen den BMW Jungs, was die polnischen Fans auf unserer Tribüne extrem verärgerte. Innerhalb einer halben Runde wurde das leichte Tröpfeln zu einem gepflegtem Platzregen. Das Eifelwetter brauchte nur wenige Minuten, um uns bis auf die Haut zu durchnässen. Die Boliden fuhren plötzlich nur noch im Tempo, der einer 30er Zone angemessen ist um den Kurs, insofern sie überhaupt noch fuhren. Jenson Button, Lewis Hamilton, Adrian Sutil, Nico Rosberg, Antony Davidson, Scott Speed und Vitantonio Luizzi entschlossen sich spontan dazu am Ende der Start/ Ziel Gerade gemeinsam im Sandkasten zu spielen. Die erste Kurve wurde zum teuerste Parkplatz im Umkreis vieler Kilometer. Nach wenigen Minuten hatte dann Lewis Hamilton keine Lust mehr auf seine Spielkameraden und liess sich aus dem Kiesbett befreien. Die wenigen Piloten, die ihre Boliden auf der Strecke halten konnten, wurden dann mit einer Safetycar Phase mit anschliessendem Rennabbruch belohnt. Nach einer knapp 15 minütigen Unterbrechung, die wir Fans auf den Tribünen vor allem zum Trocknen unserer Kleidung nutzten, ging es dann weiter mit zwei Runden hinter dem Safetycar und anschliessendem fliegendem Neustart. Nach kurzer Verwirrung stellte sich heraus, dass ein Deutscher führte! Allerdings nicht, Nick Heidfeld, Ralf Schumacher, nein, Markus Winkelhock im Spyker führte das Feld durch den Restart, konnte die Führung allerdings nur wenige Hundert Meter halten. In Kurve Eins wurde er dann von Felipe Massa und Fernando Alonso kassiert und fiel schnell zurück, in Runde 13 musste er seinen Spyker dann auf einer Wiese parken, Grund dafür war ein Motorschaden. Nun bestimmte der Kampf um Platz Zwei das Rennen, Alonso konnte die Pace von Massa nicht halten und bekam nun selbst Druck von Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari. Einen zweiten Hauptschauplatz bildete die Aufholjagd von Lewis Hamilton, der einen Fahrer nach dem anderen überholte. Das Ziel erreichte er als Neunter. Kurz nach Halbzeit des Rennens, genauer gesagt in Runde 34 musste dann Kimi Räikkönen seinen Ferrari mit einem Defekt abstellen. Somit konzentrierte sich der Kampf um den Sieg auf Felipe Massa und Fernando Alonso. Nicht, dass dieser Kampf nicht spannend genug gewesen ist, die Eifel hatte jedoch einen weiteren Spannungsfaktor für die Fans parat. Dieser ergoss sich dann in Form von Tausenden Regentropfen kurz vor Ende des Rennens über die Strecke. Die Piloten waren nun also dazu gezwungen noch einmal die Box aufzusuchen, um sich mit Regenreifen zu bewaffnen. Mit diesen Reifen schien Massa jedoch so seine Probleme zu haben, Alonso holte deutlich auf den Brasilianer auf. Wenige Runden vor Schluss entstand ein packendes Duell um den Großen Preis von Europa. Dieses Duell gipfelte in einem Wahnsinnsmanöver seitens Fernando Alonsos, der Massa außenrum überholte. Dies ging jedoch nicht ganz ohne einen kleinen Lackaustausch von statten, beide konnten jedoch das Rennen beenden, Alonso als Sieger, Massa als Zweitplatzierter. Dritter wurde überraschend Red Bull Pilot Mark Webber. Bester Deutscher wurde Nick Heidfeld auf Platz Sechs. Ein chaotisches Rennen fand also mit dem Weltmeister seinen Sieger. Somit hatte das gesamte Wochenende mit diesem Rennen einen würdigen Höhe- und Endpunkt gefunden. Was folgte war eine ebenso chaotische Abreise, oder besser gesagt ein 15 Kilometer langer Fussmarsch in Richtung Kelberg. Und auch hier liess sich ein Phänomen, was schon auf den Parkplätzen rund um den Ring zu erkennen war, beobachten. Ein Lamborghini Murcielago ist ein wahnsinnig aufregendes Auto, aber auch ein italienischer Kampstier mit 640 PS steht genauso im Stau wie ein VW Polo mit 45 PS.


Das war es, das Hightlightwochenende mit dem Europa GP 2007. Auf ein baldiges Wiedersehen!

1 Kommentar 27.7.07 15:50, kommentieren

Europa GP 2007 am Ring (2/3)

Der Samstag begann dann aufgrund der Strapazen des Vortages etwas später. Der Wecker in Form meines Handys klingelte um 10:00 Uhr, allerdings war ich schon um kurz nach 9 wach. Mehr oder weniger hellwach schlürfte ich hoch ins Erdgeschoss unseres Centerparcpavillons. Während des Frühstücks kam ich dann weiter zu mir und freute mich inzwischen auf das, was vor uns lag. Mithilfe eines mehr oder minder ausgeprägten Sonnenbrandes auf den Armen und im Gesicht erinnerte mich mein Körper noch daran, mich mit Sonnencreme einzuschmieren. Sonnenschutzfaktor 30 sollte für den Tag reichen, zumal ja noch die Chance auf Regen bestand. Um halb 11 ging es dann endlich los in Richtung Nürburgring. Knapp 20 Minuten später hatten wir dann die ca 25 Kilometer hinter uns gelegt und machten uns nun auf in Richtung Tribüne T5b. Auf dem Weg dorthin überquerten wir noch einen Parkplatz, wie er typisch für dieses Wochenende war. Neben einem 15 Jahre alten Ford Fiesta, der die Bezeichnung Auto kaum verdient, parkte ein Porsche GT3 RS. Geschätzte 500 Euro neben 133.000 Euro. Ein Bild, das sich immer wieder wiederfinden konnte. Aber genau das macht die Formel 1 Fangemeinde aus. Hier wird kein Unterschied zwischen arm und reich gemacht. Auf dem Campingplatz das gleiche Bild. Man wird mehr oder weniger freundlich gegrüsst, je nach Alkoholpegel der Camper. Dann war es wieder soweit. 11:00 Uhr, 3. freies Training der Königsklasse des Motorsports. Zur allgemeinen Verwunderung regnete es nicht, im Gegenteil, die Eifel begrüsste Massa, Hamilton und Co mit strahlendem Sonnenschein. Eine Stunde und knapp 150 Fotos später war dann die Generalprobe zum Qualifying zuende. Sie sah Kimi Räikkönen als Schnellsten. Bis zum Abschlusstraining blieben uns nun noch genau zwei Stunden. Diese verbrachten wir auf dem Parkplatz hinter der Start/Ziel Geraden. Diesmal machten wir uns über den Mercedesstand her. Die Schwaben hatten einige einladende Lounge für die Besucher aufgebaut. Für die passende Unterhaltung sorgte ein Showprogramm, indem in regelmäßigen Abständen DTM Piloten und andere Mercedespersönlichkeiten auf die Bühne geholt wurden. Zudem konnte man Autos bestaunen, die man sich höchstwahrscheinlich nie selbst leisten kann. AMG hatte fast seine komplette Produktpalette ausgestellt. Ein paar Meter vom AMG Fuhrpark entfernt hatten die Stuttgarter dann noch einen Merchandisingstand aufgebaut um ihre Fans mit Fahnen, Caps und Shirts zu versorgen. Natürlich alles zu Preisen, die der Formel 1 mehr als nur würdig sind. Im Allgemeinen ist es unglaublich, wieviel Geld man für offizielle Teamkleidung ausgeben kann. Ein Ferrarihemd für 80 Euro, eine Strickjacke von Red Bull Racing für 85 Euro, BMW Sauber Basecaps für 30 Euro. Es ist also kein Problem mehrere Hundert Euro für einen kompletten Fansatz auszugeben. Selbst Ohropax kosten 15 Euro und dies nur, weil auf der Plastikdose ein Toyotaemblem zu sehen ist. Ein Blick auf die Uhr verriet uns, dass wir noch knapp eine Stunde bis zum Qualifying der Formel 1 hatten. Was also tun in dieser Stunde. Spontan machten wir uns auf in Richtung Nürburg. Das Städtchen selbst steht ebenfalls im Zeichen des Motorsports. Großflächige Kunstwerke ziehren die Hauswände, BMW hat sich mit seiner M GmbH dort ansässig gemacht. Ein Ort, der ohne den Rennsport wohl nur einer von Hunderten bedeutungslosen wäre. Das Flair, welches am Samstag jedoch in diesem Örtchen herrscht ist jedoch unvergleichlich und mit Worten nicht zu beschreiben. Für PS Jünger ist dieses Städtchen auf jeden Fall heilig. Nach einer kurzen Nahrungsaufnahme machten wir uns dann schliesslich wieder auf den Weg zurück auf unsere Tribüne. Pünktlich zum ersten Teil des Qualifikationstraining hatten wir diese dann auch wieder erreicht. Inzwischen hatten immer mehr Fans den Weg zum Ring gefunden, die Tribünen waren schon am Samstag gut gefüllt. Knapp eine Stunde später leuchtete auf der Großbildleinwand vor uns hinter dem Namen Kimi Räikkönen eine 1 auf. Auf den Plätzen folgten Weltmeister Fernando Alonso und Felipe Massa. Überschattet wurde das Qualifying von einem heftigen Abflug von Lewis Hamilton, dem bei Tempo 230 der vordere rechte Reifen platzte. Hamilton wurde zum Passagier und schlug nahezu ungebremst in die Reifenstapel ein. Der Brite überstand diesen Crash allerdings unverletzt. Mit diesem spektakulären Training endete unser Samstag und das sogar ohne nennenswerte Verbrennungen.

1 Kommentar 26.7.07 21:12, kommentieren