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DTM 2007 in Oschersleben!

In den vergangenen Jahren war es immer das magische Wochenende irgendwann im August, dieses Jahr wurde der August zum Mai, der Nürburgring wurde zu Oschersleben. Nunja, Grund dafür war die Terminsetzung der ITR. Diese verlegt den DTM Lauf am Nürburgring in den September, keine Ferien! Also beschloss ich vor geraumer Zeit, die Reise in den Osten der Republik, genauer gesagt in die Magdeburger Börde anzutreten. Nach langer Vorfreude, aber auch einer kleinen Ungewissheit ging es am gestrigen Sonntag um kurz vor Sieben Uhr auf die Autobahn Richtung Berlin. Natürlich viel zu früh. Nunja, knapp 1 1/2 Stunden später war dann Oschersleben erreicht. Raus aus dem Auto, ab zur Strecke. Der Micky Maus Kurs von, auf dem der zweite Saisonlauf ausgetragen wurde liegt inmitten einer beschaulichen Rapsfelderidylle. Nunja, nach fünf Minuten Fussmarsch tauchte der Motorpark Oschersleben dann vor mir auf. Naja, ich hatte noch ein wenig Zeit übrig, um meine Tribüne, die Westtribüne zu suchen. Nunja, nach zwei Minuten hatte ich sie dann schliesslich auch gefunden, nur leider fand ich mein Sitzplatz nicht. Reihe vier, Platz 831. Laut Internetbuchung sollte ich auf einer unüberdachten, rotbestuhlten Stahlbautribüne sitzen, nur leider gab es da keinen Platz mit der Nummer 831. Naja, ich machte mich schon geistig darauf gefasst, die Rennen stehend am Zaun zu verbringen, bis ich mir dann auch mal die fest installierten Tribünen näher anschaute. Hier gab es dann schliesslich einen Platz 831, der rein zufällig auch in Reihe vier lag. Das Problem bestand nur darin, dass die Ostdeutschen sehr geizig mit Beschriftungen umgehen. Wofür sollte man denn die Nummer der Reihen an die Sitze schreiben, ist doch quatsch. Die Leute können das doch selbst abzählen. Nunja, mein Platz lag also auf einer sehr wackligen, aber symphatischen Holztribüne, die mit knarzenden Plastiksitzschalen bestuhlt waren. Selbige lösten sich aus ihrer Verankerung, sobald man sich etwas zurücklehnte. Überdacht wurde der futuristische Bau von einem ebenfalls sehr stylischen Wellblechdach. Im Nachhinein kann ich jedoch sagen, dass ich am gesamten Tag nur etwas mehr als eine halbe Stunde auf dieser Tribüne saß. Vielmehr Zeit verbrachte ich im Fahrerlager. So machte ich nach der Tribünensuche auch gleich auf zum Paddock. Etwas nervig war nur, dass bei jedem Paddockbesuch meine Tasche kontrolliert wurde. Jedes Mal von derselben Person, selbes Mal stellte er die gleichen Fragen. Naja, im Paddock selbst war es dann fast wie am Nürburgring, nur sprachen die Leute einen anderen Dialekt und das Gelände war ein wenig kleiner. Naja, mein Rundgang führte mich vom Seat Leon Supercopa, über die Formel BMW, den VW Polo Cup und den Porsche Carrera Cup bis zu den grossen Motorhomes der DTM Rennställe. Dazwischen drängten sich einige DTM Merchandisingstände und die Showrooms von Audi und AMG. Ich kann euch sagen es ist schon ein extrem geiles Gefühl in einem CL 65 AMG zu sitzen, ein Auto, das dermaßen viel Dampf an der Kette hat, sodass es kein Problem ist, den Mercedesstern in der Asphalt zu brennen. 612 PS, 1000 Nm, 192.000 Euro, Grundpreis! Ein Auto, das in 4,4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt, und das trotz über 2,6 Tonnen. Dagegen wirkt ein CLS 63 AMG mit seinen läppischen 514 PS wie ein Weisenknabe. Naja, ich glaube ich schwelge ein wenig in meinen Träumen. Zurück nach Oschersleben. Nach dem ersten Gang durch den Paddock machte ich mich nun also wieder auf den Weg Richtung Tribünen. Der große Vorteil der Strecke in Oschersleben ist seine Streckencharakteristik. Sehr eng, sehr viel Strecke auf sehr wenig Platz. So kann man die Boliden bei entsprechendem Platz mehr als eine Minute lang sehen. Außerdem ist man sehr nach an den Autos dran, weil große Auslaufzonen schlicht nicht vorhanden sind. Ideal für mich bzw für meine Digicam. Insgesamt machte ich an diesem Tag cirka 800 Fotos. Ein besonderes Highlight am Rennsonntag ist der obligatorische Pitwalk. Dabei können alle Zuschauer, die ein Paddockbändchen besitzen, also auch ich, in die Boxengasse gehen und einen Blick in die Boxen selbst werfen. Dazu gibt’s dann noch schicke Musik von Sunrise Avenue, die leider Monrose als Vorgruppe mitgebracht hatten. Personen über 1,85m sei allerdings gesagt, dass man höllisch aufpassen muss, dass man nicht mit dem Kopf gegen einen Schlagschrauber oder einen Lollipop knallt, weil die Dinger sehr tief hängen. Dafür wird man allerdings mit einer einzigartigen Atmosphäre entschädigt. Irgendwann ertönt dann ein sehr penetrantes Signal, das einen auffordert die Boxengasse doch wieder zu verlassen. Spätestens wenn die V8 Motoren angelassen werden, räumt man dann aber freiwillig was Feld. Also zurück auf die Tribüne, Punkt 14:00 bollern dann 10.000 PS in die Kurve. Knapp eine Stunde später ist dann alles vorbei. Es ist einfach unbeschreiblich schön und ich kann es jedem empfehlen. Schon erstrecht, wenn man sich einen gepflegten Tinnitus zulegen will. Leute, fahrt zur DTM, guckt und vor allem hört euch das an, es ist ohne Zweifel ein Hochgenuss! Und mit 20€ ist man schon dabei. Hochklassiger Motorsport für jedermann.

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Madrid oder Dnipropetrowsk?

Es war ein Auswärtsspiel der besonderen Art. Selten habe ich mich während eines Spiel so sehr über eine einzelne Person aufgeregt. Aber Michael Kempter hat heute die M.S HSV mit einer Selbstverständlichkeit in die Arktis gesetzt, die kaum zu übertreffen ist. Mehr dazu aber später. Nach einem sehr diskussionsreichen Vorabend ging es am heutigen Sonntag um kurz vor Zwöf Richtung Hannover. Diesmal mit an Bord, natürlich Diana und Anja, die an diesem Tag in Sachen Fussball enjungfert wurde. Als ich Anjas Mimik und Gestig aufm dem Bahnsteig, in Hannover wohlbemerkt analysierte, war mir mehr oder weniger klar, dass sie mit dieser, ich möchte fast sagen asozialen Welt noch nie wirklich etwas zutun hatte. Dementsprechend irritiert war sie dann auch von den fröhlich singenden 96 Fans. Die Hinfahrt bereitete ihr dann naturgemäß überhaupt gar keinen Spass, schliesslich konnte man die Minuten, in denen nicht gesungen wurde, an einer Hand abzählen. Folglich war sie dann deutlich sichtbar erleichtert, als der Sonderzug Bielefeld erreichte. Gegen 14:00 Uhr stolperten wir also aus dem Zug in Richtung Bahnhofsvorplatz. Dort machte Diana dann die Erfahrung, dass auch Bierflaschen der Schwerkraft ausgesetzt sind, was an sich kein Problem gewesen wäre, wenn die Beck's Brauerei ihr flüssiges Gold in Plastikflaschen abfüllen würde. Nach einer knappen Viertelstunde war dann auch der letzte Alkoholiker da, sodass wir uns in Richtung Schücoarena aufmachen konnten. Nach wenigen Metern machten sich dann allerdings eine Großzahl der Fans auf in einen Erotikshop. Naja, wir gingen weiter. Kurz bevor wir dann links in die Kleingärtensiedlung "zum lustigen Toilettengang" gingen, lief uns noch ein symphatischer, aber dummer Freizeitkapitän über den Weg beziehungsweise pöbelte er aus sicherer Entfernung von seinem Balkon. Naja, ich kann ihn verstehen. Was soll man in Bielefeld als Rentner sonst machen? Naja, schliesslich erblicken wir den Türenpalast. Selten habe ich eine so schlechte Organisation eines Bundesligaspiels gesehen, als in dieser Stadt. Das ist wirklich zweitligareif. Einlasskontrollen, wofür? Und als wir dann in unseren Block gehen wollten, der nächste Knaller. Wir mussten durch den aüßersten Block, um dann durch eine kleine Tür, wahrscheinlich von Schüco, in unseren Block gehen zu können. Nunja, irgendwann ging dann das Spiel los, was mich direkt zu Herrn Kempter bringt. Ich habe selten einen Schiedsrichter gesehen, der dermaßen überfordert mit einem wahrlich nicht sehr anspruchsvollen Bundesligaspiel war. Eigentlich ist es dieser Viertklässler nicht wert, sich über ihn aufzuregen, aber wenn man ein klares Handspiel einfach mal so übersieht, handgreiflich gegenüber den Spielern wird und gegen Ende seine Linie völlig verliert, dann frage ich mich ernsthaft, was so ein Mann im Profifussball zu suchen hat, er jedenfalls ist keineswegs ein Profi. Naja, der Spielverlauf selbst lässt sich dann relativ schnell abarbeiten. Bielefeld macht Mitter der ersten Halbzeit das 1:0, dann gleichen wir relativ schnell wieder aus, bekommen aber fast im Gegenzug das 1:2. Zweite Halbzeit, wir machen ordentlich Druck, dürfen aber dank Herrn Kempter kein tor schiessen und werden zu allem Überfluss von Bielefeld ausgekontert. 1:3. Dann war Feierabend und passend zu meiner Laune machte sich über Bielefeld ein Unwetter breit. Naja, ich war bedient, machte mich dann mit Anja, später dann auch mit Diana wieder auf den Weg zum Bahnhof. Auf dem Weg dorthin kamen wir natürlich noch einmal an unserem Kapitän, der inzwischen auch seine Frau mit auf den Balkon geschleppt hatte, vorbei. Diese war mir persönlich sehr symphatisch, weil sie uns die härtesten Beleidigungen an den Kopf knallte, man diese aber nicht wahrnahm, weil sie wie Lukas Podolski ohne Zähne sprach. Naja, Dialekt mal anders. Dank Diana lernten wir dann noch die Bielefelder U Bahn kennen, die den Scharm einer S Klasse aus dem Jahr 1986 besitzt. Zwei Minuten später war dann der Bahnhof erreicht, wo wir uns dann eine letzte Stärkung genehmigten. Die Rückfahrt selbst war dann relativ unspektakulär, was vor allem daran lag, dass wir sie in dem Kinderabteil des Sonderzugs verbrachten, indem wir dann von Streetworkern begleitet wurden. Während der Fahrt lernten wir dann, dass man als Streeetworker einen sehr robusten Magen haben muss. Details möchte ich an dieser Stelle nicht nennen. Naja, irgendwann erreichten wir dann Wunstorf, wo dann schon unser Taxi in Form von Dianas Vater auf uns wartete. So neigte sich ein sehr asozialer Tag seinem Ende.


Das war sie, die Auswärtsfahrt nach Bielefeld, leider, so glaube ich zumindest, war es die Letzte, auf der uns Anja begleitete. Das war einfach nicht ihre Welt. Trotzdem möchte ich ihr an dieser Stelle danken, dass sie das mal mitgemacht hat. Natürlich möchte ich auch Diana danken, ganz besonders sogar. Wofür weiss sie glaube ich selber.

In diesem Sinne, sind wir nicht alle ein bisschen asozial?

1 Kommentar 12.5.07 22:15, kommentieren