Europa GP 2007 am Ring (2/3)

Der Samstag begann dann aufgrund der Strapazen des Vortages etwas später. Der Wecker in Form meines Handys klingelte um 10:00 Uhr, allerdings war ich schon um kurz nach 9 wach. Mehr oder weniger hellwach schlürfte ich hoch ins Erdgeschoss unseres Centerparcpavillons. Während des Frühstücks kam ich dann weiter zu mir und freute mich inzwischen auf das, was vor uns lag. Mithilfe eines mehr oder minder ausgeprägten Sonnenbrandes auf den Armen und im Gesicht erinnerte mich mein Körper noch daran, mich mit Sonnencreme einzuschmieren. Sonnenschutzfaktor 30 sollte für den Tag reichen, zumal ja noch die Chance auf Regen bestand. Um halb 11 ging es dann endlich los in Richtung Nürburgring. Knapp 20 Minuten später hatten wir dann die ca 25 Kilometer hinter uns gelegt und machten uns nun auf in Richtung Tribüne T5b. Auf dem Weg dorthin überquerten wir noch einen Parkplatz, wie er typisch für dieses Wochenende war. Neben einem 15 Jahre alten Ford Fiesta, der die Bezeichnung Auto kaum verdient, parkte ein Porsche GT3 RS. Geschätzte 500 Euro neben 133.000 Euro. Ein Bild, das sich immer wieder wiederfinden konnte. Aber genau das macht die Formel 1 Fangemeinde aus. Hier wird kein Unterschied zwischen arm und reich gemacht. Auf dem Campingplatz das gleiche Bild. Man wird mehr oder weniger freundlich gegrüsst, je nach Alkoholpegel der Camper. Dann war es wieder soweit. 11:00 Uhr, 3. freies Training der Königsklasse des Motorsports. Zur allgemeinen Verwunderung regnete es nicht, im Gegenteil, die Eifel begrüsste Massa, Hamilton und Co mit strahlendem Sonnenschein. Eine Stunde und knapp 150 Fotos später war dann die Generalprobe zum Qualifying zuende. Sie sah Kimi Räikkönen als Schnellsten. Bis zum Abschlusstraining blieben uns nun noch genau zwei Stunden. Diese verbrachten wir auf dem Parkplatz hinter der Start/Ziel Geraden. Diesmal machten wir uns über den Mercedesstand her. Die Schwaben hatten einige einladende Lounge für die Besucher aufgebaut. Für die passende Unterhaltung sorgte ein Showprogramm, indem in regelmäßigen Abständen DTM Piloten und andere Mercedespersönlichkeiten auf die Bühne geholt wurden. Zudem konnte man Autos bestaunen, die man sich höchstwahrscheinlich nie selbst leisten kann. AMG hatte fast seine komplette Produktpalette ausgestellt. Ein paar Meter vom AMG Fuhrpark entfernt hatten die Stuttgarter dann noch einen Merchandisingstand aufgebaut um ihre Fans mit Fahnen, Caps und Shirts zu versorgen. Natürlich alles zu Preisen, die der Formel 1 mehr als nur würdig sind. Im Allgemeinen ist es unglaublich, wieviel Geld man für offizielle Teamkleidung ausgeben kann. Ein Ferrarihemd für 80 Euro, eine Strickjacke von Red Bull Racing für 85 Euro, BMW Sauber Basecaps für 30 Euro. Es ist also kein Problem mehrere Hundert Euro für einen kompletten Fansatz auszugeben. Selbst Ohropax kosten 15 Euro und dies nur, weil auf der Plastikdose ein Toyotaemblem zu sehen ist. Ein Blick auf die Uhr verriet uns, dass wir noch knapp eine Stunde bis zum Qualifying der Formel 1 hatten. Was also tun in dieser Stunde. Spontan machten wir uns auf in Richtung Nürburg. Das Städtchen selbst steht ebenfalls im Zeichen des Motorsports. Großflächige Kunstwerke ziehren die Hauswände, BMW hat sich mit seiner M GmbH dort ansässig gemacht. Ein Ort, der ohne den Rennsport wohl nur einer von Hunderten bedeutungslosen wäre. Das Flair, welches am Samstag jedoch in diesem Örtchen herrscht ist jedoch unvergleichlich und mit Worten nicht zu beschreiben. Für PS Jünger ist dieses Städtchen auf jeden Fall heilig. Nach einer kurzen Nahrungsaufnahme machten wir uns dann schliesslich wieder auf den Weg zurück auf unsere Tribüne. Pünktlich zum ersten Teil des Qualifikationstraining hatten wir diese dann auch wieder erreicht. Inzwischen hatten immer mehr Fans den Weg zum Ring gefunden, die Tribünen waren schon am Samstag gut gefüllt. Knapp eine Stunde später leuchtete auf der Großbildleinwand vor uns hinter dem Namen Kimi Räikkönen eine 1 auf. Auf den Plätzen folgten Weltmeister Fernando Alonso und Felipe Massa. Überschattet wurde das Qualifying von einem heftigen Abflug von Lewis Hamilton, dem bei Tempo 230 der vordere rechte Reifen platzte. Hamilton wurde zum Passagier und schlug nahezu ungebremst in die Reifenstapel ein. Der Brite überstand diesen Crash allerdings unverletzt. Mit diesem spektakulären Training endete unser Samstag und das sogar ohne nennenswerte Verbrennungen.

26.7.07 21:12

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