Ausgebildete Torhüter werden auch oft überschätzt

Vor gar nicht so langer Zeit hat es uns ja nach Leverkusen verschlagen, damals setzte es eine böse 0:4 Klatsche, am vergangenen Sonntag folgte dann die nächste Auswärtsfahrt, und es war wohl auch die letzte im Jahr 2008. Ziel war die VW Arena in Wolfsburg, eine relativ kurze Reise also. Aber nicht nur die Fahrzeit hatte sich drastisch verkürzt, nein, auch die Besetzung war eine andere. Lupi und Daniel blieben zuhause, Jan und Carsten waren wieder mit an Bord. Und letzterer war es auch, der den Mittag wieder etwas spannender gestaltete, als nötig. Ganz nach seinem Motto, das er auch schon vor der Studienfahrt ausgepackt hatte, hieß es bei ihm auch dieses Mal „Ach, in zwei Minuten kommt die Bahn, ich geh jetzt mal duschen.“. Logische Konsequenz war dann die SMS, die mich wenige Minuten vor der verabredeten Zeit erreichte.  „Scheisse ich hab die bahn verpasst. Bin so um 35 erst da. Kauft euch schonmal was ihr braucht und bringt mir bitte ne lucky mit. Bis gleich. Carsten“. Tjoa, hätte mich auch stark gewundert, wenn er pünktlich am verabredeten Treffpunkt gewesen wäre. Nunja, Jan war auf jeden Fall pünktlich und so stratzten wir zwei Adonisabklatsche durch den Bahnhof, um uns mit Bier und Kippen zu versorgen. Nett, wie wir nun einmal sind, haben wir natürlich auch an Carsten gedacht und ihm auch was zu trinken mitgebracht. In der Bahn, Carsten erreichte Sie zwei Minuten vor Abfahrt, stellten wir dann allerdings schnell fest, dass er unsere Aufmerksamkeit in Form von zwei Dosen Paris – Hilton – Prosecco nicht zu schätzen wusste. Undankbares Pack! Wie dem auch sei: Knapp Viertel vor drei setzte sich der Sonderzug dann in Bewegung. Was folgte waren 60 Minuten, in denen wir die Party des vergangenen Freitags analysierten. Kurz vor 4 erreichten wir dann die wunderschöne Stadt, auch Messeparkplatz Ost – Ost genannt. Wir machten uns direkt auf in Richtung VW Arena, zum Glück ist Wolfsburg nicht sooo groß, sodass sich die Wegstrecke in Grenzen hielt. Am Stadion angekommen, machte speziell ich dann gleich Bekanntschaft mit den Einheimischen, einer davon begrüßte mich gleich mit einem landestypischen „Zieh das Trikot aus du Lutscher“, prompt bekam er mein Schlüsselbein zu spüren. Vorbei an der Wölfikurve und zahlreichen Erfolgsfans erreichen wir dann erst eine Würstchenbude, dann auch unseren Gästeeingang. Der VW Konzert buttert jährlich mehr als 20 Millionen Euro in seinen Verein, hat dann aber nur zwei Eingänge für knapp 5000 Fans übrig. Dementsprechend lange hats dann gedauert, bis wir unseren Block erreichten. Schnell einigermaßen gute Plätze gesichert und dann ging es auch schon los. Auch als Roter muss man nahtlos akzeptieren, dass es sich bei der 1:0 Führung für die Wölfe um eine Traumkombination handelte. Nach der Pause zeigte sich 96 dann stark verbessert, logische Konsequenz war der Ausgleich durch Jürgen Stajner. Der war dann Fünf Minuten später nicht unwesentlich an der erneuten Führung der Gastgeber beteiligt. Knapp Zahn Minuten vor Schluss lief dann plötzlich Herr Dzeko alleine aus Fromlowitz zu, der touchierte ihn leicht, Dzeko überlegte zwei Schritte, ließ sich dann aber letztendlich doch fallen. Der schwache Schiri Kinhöfer zeigte unserem Keeper rot. Das Problem an der ganzen Geschichte war jedoch, dass Hecking schon dreimal gewechselt hatte, es musste also ein Feldspieler ins Tor. Jan Rosenthal übernahm diese Aufgabe und kratzte den folgenden Elfmeter sensationell aus der, von ihm gesehen, linken Ecke, es blieb also beim 1:2. Fortan skandierten wir „Die Nr.1 im Tor ham wir...!!!“. Die Stimmung, die zwischenzeitlich ein wenig eingeschlafen war, kochte nun wieder. Leider rettete Wolfsburg die knappe Führung über die Zeit, enttäuscht waren wir trotzdem nur auf geringe Art und Weise. Auf dem Weg zurück zum Bahnhof blieb dann genug Zeit zum Philosophieren: „Warum sind die Wolfsburger Polizeipferde so klein? Warum dauert es so lange, 25.000 Leute von A nach B zu leiten? Warum is da ein Typ mit einem Gladbachschal rumgelaufen? Warum beleuchtet die Stadt Wolfsburg die Schornsteine des VW Werkes?“. Fragen über Fragen und nur wenige Antworten. Knapp 1:15 Std später war dann die Heimat wieder erreicht und eine kurze, aber nicht minder lustige Auswärtsfahrt war Geschichte. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Jan und Carsten, von dem ich noch Geld kriege...

8.12.08 19:20

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