König Fussball

Ausgebildete Torhüter werden auch oft überschätzt

Vor gar nicht so langer Zeit hat es uns ja nach Leverkusen verschlagen, damals setzte es eine böse 0:4 Klatsche, am vergangenen Sonntag folgte dann die nächste Auswärtsfahrt, und es war wohl auch die letzte im Jahr 2008. Ziel war die VW Arena in Wolfsburg, eine relativ kurze Reise also. Aber nicht nur die Fahrzeit hatte sich drastisch verkürzt, nein, auch die Besetzung war eine andere. Lupi und Daniel blieben zuhause, Jan und Carsten waren wieder mit an Bord. Und letzterer war es auch, der den Mittag wieder etwas spannender gestaltete, als nötig. Ganz nach seinem Motto, das er auch schon vor der Studienfahrt ausgepackt hatte, hieß es bei ihm auch dieses Mal „Ach, in zwei Minuten kommt die Bahn, ich geh jetzt mal duschen.“. Logische Konsequenz war dann die SMS, die mich wenige Minuten vor der verabredeten Zeit erreichte.  „Scheisse ich hab die bahn verpasst. Bin so um 35 erst da. Kauft euch schonmal was ihr braucht und bringt mir bitte ne lucky mit. Bis gleich. Carsten“. Tjoa, hätte mich auch stark gewundert, wenn er pünktlich am verabredeten Treffpunkt gewesen wäre. Nunja, Jan war auf jeden Fall pünktlich und so stratzten wir zwei Adonisabklatsche durch den Bahnhof, um uns mit Bier und Kippen zu versorgen. Nett, wie wir nun einmal sind, haben wir natürlich auch an Carsten gedacht und ihm auch was zu trinken mitgebracht. In der Bahn, Carsten erreichte Sie zwei Minuten vor Abfahrt, stellten wir dann allerdings schnell fest, dass er unsere Aufmerksamkeit in Form von zwei Dosen Paris – Hilton – Prosecco nicht zu schätzen wusste. Undankbares Pack! Wie dem auch sei: Knapp Viertel vor drei setzte sich der Sonderzug dann in Bewegung. Was folgte waren 60 Minuten, in denen wir die Party des vergangenen Freitags analysierten. Kurz vor 4 erreichten wir dann die wunderschöne Stadt, auch Messeparkplatz Ost – Ost genannt. Wir machten uns direkt auf in Richtung VW Arena, zum Glück ist Wolfsburg nicht sooo groß, sodass sich die Wegstrecke in Grenzen hielt. Am Stadion angekommen, machte speziell ich dann gleich Bekanntschaft mit den Einheimischen, einer davon begrüßte mich gleich mit einem landestypischen „Zieh das Trikot aus du Lutscher“, prompt bekam er mein Schlüsselbein zu spüren. Vorbei an der Wölfikurve und zahlreichen Erfolgsfans erreichen wir dann erst eine Würstchenbude, dann auch unseren Gästeeingang. Der VW Konzert buttert jährlich mehr als 20 Millionen Euro in seinen Verein, hat dann aber nur zwei Eingänge für knapp 5000 Fans übrig. Dementsprechend lange hats dann gedauert, bis wir unseren Block erreichten. Schnell einigermaßen gute Plätze gesichert und dann ging es auch schon los. Auch als Roter muss man nahtlos akzeptieren, dass es sich bei der 1:0 Führung für die Wölfe um eine Traumkombination handelte. Nach der Pause zeigte sich 96 dann stark verbessert, logische Konsequenz war der Ausgleich durch Jürgen Stajner. Der war dann Fünf Minuten später nicht unwesentlich an der erneuten Führung der Gastgeber beteiligt. Knapp Zahn Minuten vor Schluss lief dann plötzlich Herr Dzeko alleine aus Fromlowitz zu, der touchierte ihn leicht, Dzeko überlegte zwei Schritte, ließ sich dann aber letztendlich doch fallen. Der schwache Schiri Kinhöfer zeigte unserem Keeper rot. Das Problem an der ganzen Geschichte war jedoch, dass Hecking schon dreimal gewechselt hatte, es musste also ein Feldspieler ins Tor. Jan Rosenthal übernahm diese Aufgabe und kratzte den folgenden Elfmeter sensationell aus der, von ihm gesehen, linken Ecke, es blieb also beim 1:2. Fortan skandierten wir „Die Nr.1 im Tor ham wir...!!!“. Die Stimmung, die zwischenzeitlich ein wenig eingeschlafen war, kochte nun wieder. Leider rettete Wolfsburg die knappe Führung über die Zeit, enttäuscht waren wir trotzdem nur auf geringe Art und Weise. Auf dem Weg zurück zum Bahnhof blieb dann genug Zeit zum Philosophieren: „Warum sind die Wolfsburger Polizeipferde so klein? Warum dauert es so lange, 25.000 Leute von A nach B zu leiten? Warum is da ein Typ mit einem Gladbachschal rumgelaufen? Warum beleuchtet die Stadt Wolfsburg die Schornsteine des VW Werkes?“. Fragen über Fragen und nur wenige Antworten. Knapp 1:15 Std später war dann die Heimat wieder erreicht und eine kurze, aber nicht minder lustige Auswärtsfahrt war Geschichte. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Jan und Carsten, von dem ich noch Geld kriege...

8.12.08 19:20, kommentieren

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"Halb und Halb" is ne Definitionssache!

Gut ein Jahr nach der letzten Auswärtsfahrt, die mich nach Bielefeld verschlagen hat, wurde es mal wieder Zeit mit dem HSV auf Reisen zu gehen. Als Ziel wurde die wunderschöne „Stadt“ Leverkusen auserkoren. In meinem blauen Partymobil machten wir, das waren dieses Mal Carsten, Daniel, Jan und ich, uns auf in Richtung 96- Fanshop, um uns schon mal im Vorfeld Karten für diesen Kracher zu besorgen. Dort angekommen musste uns der top aktuell gekleidete 96 Mitarbeiter (er trug ein Hannover 96 vs Real Madrid T-Shirt) allerdings mitteilen, dass er die restlichen Karten für den Gästeblock soeben wieder zurück nach Leverkusen geschickt hatte. Egal, ein kurzer Blick in die einschlägigen Fanforen zeigte uns jedoch auf beruhigende Art und Weise, dass auch noch genügend Restkarten an den Tageskassen verfügbar waren. Also konnten wir am folgenden Donnerstag und schließlich am Freitag morgen die letzten Vorbereitungen treffen.

 

Gegen 16:30 Uhr waren dann alle Partywütigen in meinem Auto beisammen – es galt nur noch eine letzte Unklarheit zu bereinigen. Der Sportsfreund Lupi wollte sich auch noch spontan unserer wilden Gesellschaft anschließen. Nachdem er mir knapp zehn Minuten versucht hat zu erklären, wie ich Lohnder denn am Besten ins Nachbardorf Gümmer komme, konnten wir ihm dann mit vereinten Kräften verdeutlichen, dass wir bereits auf dem Weg zu ihm waren. Kurz nach Halb Vier war dann alles, was eine lustige Auswärtsfahrt braucht an Bord. Als da wären fünf junge, gut gelaunte und motivierte Männer in roten Trikots, ein Kasten Herri, drei Mülltüten und vier (?) Frikadellen, die Kollege Bockemüller auf eine wahnsinnige Art und Weise zubereitet hatte. Das große Geheimnis des Rezepts bestand in der Definition von „Halb und Halb“. Jan interpretierte dies so: Hälfte Fleisch, Hälfte Zwiebeln – fertig waren die oralen Duftbäumchen. Vor uns lagen nun 277 Kilometer und ich kann euch versichern, dass kein einziger Kilometer davon langweilig wurde. Für Kamerad Bockemüller wurden die ersten Kilometer allerdings zur einer harten Belastungsprobe. Während sich die übrigen drei Partylöwen auf der Rückbank ein Bier nach dem Anderen genehmigten, hielt sich Jan äußerst diszipliniert an die eigens auferlegte Beertime. Diese Wartezeit versüßte er allerdings nicht nur uns mit feinstem Humor, sondern auch den anderen Verkehrsteilnehmern. Schon auf dem Weg zur Autobahn nahmen wir in Person von Jan Kontakt zu einem Pizzaboten auf. Dieser konnte allerdings eher weniger mit der Charmeoffensive von Jan anfangen. Auf der Autobahn dann folgten zahlreiche philosophische Weisheiten über die verschiedensten Dinge. Kurz vor dem Kamener Kreuz, also schon nach dem „Point of no return“ wurde es auf der Autobahn dann immer voller, sodass der Verkehr zum Stocken kam. Die erneute Chance für Jan, uns von seinen Flirtfähigkeiten zu überzeugen. Sein Opfer, ein belgischer Mitbürger ignorierte ihn allerdings hartnäckig. Uns blieb also eine Neuauflage von „Der Dicke und der Belgier“ erspart. Wenige Minuten später wechselten wir von der A2 auf die A1 in Richtung Köln und nahmen die letzten knapp 100 Kilometer in Angriff.

 

Irgendwann war dann Leverkusen erreicht, ein Parkplatz war auch schnell gefunden. Kaum ausgestiegen nahm Jan schon wieder Kontakt mit den Einheimischen auf und versuchte einem kleinen Jungen, der offenbar nichts anderes zu tun hatte, als planlos durch die Gegend zu rennen., zu zeigen, wie ein Runingman gefälligst zu laufen hat. Was nun folgte war ein knapp 20 minütiger Fußmarsch zur BayArena, vorbei an all den Sehenswürdigkeiten Leverkusens: Wohnhäuser, ein Polizeirevier, noch mehr Wohnhäuser, Rainer Calmunds Privatbunker. Plötzlich tat sich vor uns dann etwas auf, auf der die Leverkusener vermutlich extrem stolz sind: ein Kinderspielplatz. An sich konnten wir das Stadion schon sehen, hören und riechen, wir mussten uns nur noch entscheiden, wo wir den Gästeblock vermuteten. In Anlehnung an der Situation in der Nachbarstadt Köln entschlossen wir rechts abzubiegen. An sich war das natürlich der falsche Weg, allerdings kamen wir dadurch noch an einer weiteren Sehenswürdigkeit vorbei: Geronimo's Getränkemarkt. Auch die Leverkusener schienen extrem stolz auf ihren Geronimo zu sein. Anders kann ich mir nicht erklären, warum das ganze Dorf bei ihm vor der Hütte stand. Wenige Minuten später tat sich vor uns dann endlich die Baustelle BayArena auf. Ein paar nette Ordner verhalfen uns den richtigen Weg zum Gästeblock einzuschlagen, schnell Karten gekauft, durch die Eingangskontrolle, mit Bier und Essen versorgt und ab in den Block. Schon bald stand eine elementare Frage im Raum: Was zur Hölle ist das für ein Bier? Das wird doch wohl nicht...nein, das kann gar nicht sein! Haben die irgendwelche Pillen aus dem Bayerwerk ins Bier geschmissen, oder ist das wirklich alkoholfreies Bier? Mehr oder weniger schnell erhielten wir die Antwort auf diese Frage. Ähnlich wie bei Jans Frikadellen lautete auch beim Bier die Devise „halb und halb“. Aber Jan wäre nicht Jan, wenn er dagegen kein Mittel hätte. Er kaufte sich direkt zwei Bier, zwei mit halbem Alkoholgehalt, zusammen also quasi ein Bier mit normalem Alkoholgehalt, ist doch logisch oder? Jan hatte das Duell gegen die Bierindustrie also gewonnen.

 

Das Spiel war schnell entschieden und so drängte sich immer mehr ein zweites Duell in den Vordergrund: Wir fünf Leute von der Partygesellschaft gegen die Ultras. Diese meinten ab einem bestimmten Zeitpunkt, es genüge, sich selbst zu feiern. Vielleicht ist ihnen auch einfach kein zweiter Schlachtruf eingefallen. Wie dem auch sei, wir hingegen waren der Auffassung, man müsse nun ein wenig Galgenhumor mit in unsere Gesänge einfließen zu lassen. Schnell gewann unsere Widerstandsbewegung immer mehr Anhänger. Die restliche Spielzeit nutzten wir, um Putschpläne gegen die Ultras zu schmieden. Kern dieser Pläne war die Eroberung des Megaphons. Schnell stellen wir fest, dass wir aber eigentlich gar kein Megaphon brauchten. Um es auf den Punkt zu bringen. Wir vernichteten die Ultras mit unseren „Auswärtssieg!“, „Wir sind stolz auf unser Team aus Hannooooover“ und ähnlichen Gesängen. Der absolute Triumph folgte allerdings erst nach dem Schlusspfiff. So langsam leerte sich der Gästeblock nach und nach, bis irgendwann nur noch wir fünf Helden übrig waren. Wir hatten gesiegt! Triumphierend machten wir uns nach wenigen Minuten dann wieder auf den Rückweg. Natürlich nicht ohne die vier unglücklichen Abseitstore der Leverkusener zu analysieren. Nebenbei taten sich noch einige Merkwürdigkeiten auf. Kleines Beispiel gefällig? Die Leverkusener nummerieren ihre Bäume! Kein Scheiß! An jedem Baum rund um das Stadion hängt eine kleine Plakette mit einer Zahl. Warum? Keine Ahnung. Die nun folgenden Minuten waren dann geprägt von versuchten Provokationen der Einheimischen in Bezug auf einen gewissen Herrn Enke, die wir jedoch erfolgreich im Keim ersticken konnten. Nach mehreren Stunden hatten wir dann meinen blauen Löwen erreicht, Jan holte sich schnell noch eine Flasche Kulturgut von einem Kiosk und dann ging es in Richtung Heimat. Lupi verabschiedete sich nach wenigen Metern und träumte im Folgenden wahrscheinlich nur noch von vollbusigen 17- Jährigen. Kurz nach Hagen beherrschte dann nur noch ein Thema das Geschehen. Die Partyvorbereitungen für eine Orgie, die im kommenden Jahr im Großraum Hannover stattfinden wird und für die Ewigkeit ihres Gleichen suchen wird. Kurz nach Drei war dann Gümmer erreicht, was folgte war „Die Kurve“ und ein letzter Zwischenstopp bei McDonalds. Es ist unglaublich schwer einem Unbeteiligten zu erklären, warum diese Auswärtsfahrt die lustigste meines Lebens war, man musste einfach dabei sein, um es nachvollziehen zu können. Es waren einfach unglaublich viele Situationwitze dabei, die mir die Tränen in die Augen getrieben haben. Jetzt im Nachhinein würde sie keiner verstehen, deswegen erwähne ich sie hier nicht.

 

Abschließend möchte ich zunächst Carsten, Daniel, Jan und Lupi für diese unglaublich lustige und einfach nur geniale Fahrt danken, zum anderen möchte ich noch ein paar Fragen in den Raum stellen: Warum hat Burger King in Lichtendorf nur bis 22:30 Uhr geöffnet? Kann man in Kippekofen Kippen kaufen? Dient die Verpflegung im Stadion von Leverkusen als Testträger für das Bayerwerk? Waren wir im Fernsehen und als letzte Frage: Hat Jürgen Stajner gestern Abend gespielt?

 

 

In diesem Sinne: Keep laughing!

 

1 Kommentar 21.9.08 13:25, kommentieren

Madrid oder Dnipropetrowsk?

Es war ein Auswärtsspiel der besonderen Art. Selten habe ich mich während eines Spiel so sehr über eine einzelne Person aufgeregt. Aber Michael Kempter hat heute die M.S HSV mit einer Selbstverständlichkeit in die Arktis gesetzt, die kaum zu übertreffen ist. Mehr dazu aber später. Nach einem sehr diskussionsreichen Vorabend ging es am heutigen Sonntag um kurz vor Zwöf Richtung Hannover. Diesmal mit an Bord, natürlich Diana und Anja, die an diesem Tag in Sachen Fussball enjungfert wurde. Als ich Anjas Mimik und Gestig aufm dem Bahnsteig, in Hannover wohlbemerkt analysierte, war mir mehr oder weniger klar, dass sie mit dieser, ich möchte fast sagen asozialen Welt noch nie wirklich etwas zutun hatte. Dementsprechend irritiert war sie dann auch von den fröhlich singenden 96 Fans. Die Hinfahrt bereitete ihr dann naturgemäß überhaupt gar keinen Spass, schliesslich konnte man die Minuten, in denen nicht gesungen wurde, an einer Hand abzählen. Folglich war sie dann deutlich sichtbar erleichtert, als der Sonderzug Bielefeld erreichte. Gegen 14:00 Uhr stolperten wir also aus dem Zug in Richtung Bahnhofsvorplatz. Dort machte Diana dann die Erfahrung, dass auch Bierflaschen der Schwerkraft ausgesetzt sind, was an sich kein Problem gewesen wäre, wenn die Beck's Brauerei ihr flüssiges Gold in Plastikflaschen abfüllen würde. Nach einer knappen Viertelstunde war dann auch der letzte Alkoholiker da, sodass wir uns in Richtung Schücoarena aufmachen konnten. Nach wenigen Metern machten sich dann allerdings eine Großzahl der Fans auf in einen Erotikshop. Naja, wir gingen weiter. Kurz bevor wir dann links in die Kleingärtensiedlung "zum lustigen Toilettengang" gingen, lief uns noch ein symphatischer, aber dummer Freizeitkapitän über den Weg beziehungsweise pöbelte er aus sicherer Entfernung von seinem Balkon. Naja, ich kann ihn verstehen. Was soll man in Bielefeld als Rentner sonst machen? Naja, schliesslich erblicken wir den Türenpalast. Selten habe ich eine so schlechte Organisation eines Bundesligaspiels gesehen, als in dieser Stadt. Das ist wirklich zweitligareif. Einlasskontrollen, wofür? Und als wir dann in unseren Block gehen wollten, der nächste Knaller. Wir mussten durch den aüßersten Block, um dann durch eine kleine Tür, wahrscheinlich von Schüco, in unseren Block gehen zu können. Nunja, irgendwann ging dann das Spiel los, was mich direkt zu Herrn Kempter bringt. Ich habe selten einen Schiedsrichter gesehen, der dermaßen überfordert mit einem wahrlich nicht sehr anspruchsvollen Bundesligaspiel war. Eigentlich ist es dieser Viertklässler nicht wert, sich über ihn aufzuregen, aber wenn man ein klares Handspiel einfach mal so übersieht, handgreiflich gegenüber den Spielern wird und gegen Ende seine Linie völlig verliert, dann frage ich mich ernsthaft, was so ein Mann im Profifussball zu suchen hat, er jedenfalls ist keineswegs ein Profi. Naja, der Spielverlauf selbst lässt sich dann relativ schnell abarbeiten. Bielefeld macht Mitter der ersten Halbzeit das 1:0, dann gleichen wir relativ schnell wieder aus, bekommen aber fast im Gegenzug das 1:2. Zweite Halbzeit, wir machen ordentlich Druck, dürfen aber dank Herrn Kempter kein tor schiessen und werden zu allem Überfluss von Bielefeld ausgekontert. 1:3. Dann war Feierabend und passend zu meiner Laune machte sich über Bielefeld ein Unwetter breit. Naja, ich war bedient, machte mich dann mit Anja, später dann auch mit Diana wieder auf den Weg zum Bahnhof. Auf dem Weg dorthin kamen wir natürlich noch einmal an unserem Kapitän, der inzwischen auch seine Frau mit auf den Balkon geschleppt hatte, vorbei. Diese war mir persönlich sehr symphatisch, weil sie uns die härtesten Beleidigungen an den Kopf knallte, man diese aber nicht wahrnahm, weil sie wie Lukas Podolski ohne Zähne sprach. Naja, Dialekt mal anders. Dank Diana lernten wir dann noch die Bielefelder U Bahn kennen, die den Scharm einer S Klasse aus dem Jahr 1986 besitzt. Zwei Minuten später war dann der Bahnhof erreicht, wo wir uns dann eine letzte Stärkung genehmigten. Die Rückfahrt selbst war dann relativ unspektakulär, was vor allem daran lag, dass wir sie in dem Kinderabteil des Sonderzugs verbrachten, indem wir dann von Streetworkern begleitet wurden. Während der Fahrt lernten wir dann, dass man als Streeetworker einen sehr robusten Magen haben muss. Details möchte ich an dieser Stelle nicht nennen. Naja, irgendwann erreichten wir dann Wunstorf, wo dann schon unser Taxi in Form von Dianas Vater auf uns wartete. So neigte sich ein sehr asozialer Tag seinem Ende.


Das war sie, die Auswärtsfahrt nach Bielefeld, leider, so glaube ich zumindest, war es die Letzte, auf der uns Anja begleitete. Das war einfach nicht ihre Welt. Trotzdem möchte ich ihr an dieser Stelle danken, dass sie das mal mitgemacht hat. Natürlich möchte ich auch Diana danken, ganz besonders sogar. Wofür weiss sie glaube ich selber.

In diesem Sinne, sind wir nicht alle ein bisschen asozial?

1 Kommentar 12.5.07 22:15, kommentieren

Der gnadenlose Abstieg des Roy P.

Ich hatte mir nach dem Leverkusenspiel eigentlich geschworen, nie wieder mit einem Fanzug der deutschen Bahn quer durch Deutschland zu fahren. Nunja, am gestrigen Samstag saß ich nichtsdestotrotz um 10:05 Uhr im Fanzug, der sich um Viertel nach Zehn in Richtung Frankfurt aufmachte. Diesmal mit an Bord, die liebenswerte Diana, die sich natürlich ohne das entsprechende Geld für die Fahrt zahlen zu können mit auf den Weg machte und Carsten, der eigentlich Schuld daran war, dass ich nun in diesem Zug saß.

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Am Tag zuvor nervte mich Diana so dermaßen und penetrant, dass ich also zusammen mit ihr noch einen Kasten Bier besorgte. Uns Vieren standen nun eine knapp Vier Stunden lange Zufahrt bevor. In Frankfurt angekommen machte jedoch der Bierkasten völlig unerwartet die schlechteste Figur von uns. Etwas wirklich Erwähnenswertes gibt es von der Hinfahrt eigentlich nicht zu berichten, vielleicht außer der Tatsache, dass sich auch in einer knietief vollgepinkelten Bahntoilette Liebe machen lässt. Kurz vor halb Drei erblicken wir dann die Skyline Frankfurts. Knapp Zehn Minuten später war dann schließlich der Bahnhof „Frankfurt - Stadion“ erreicht.

Nun offenbarte sich, warum das Frankfurter Stadion früher, bevor es zur „Commerzbank Arena“ umbenannt wurde, einst „Waldstadion“ hieß. Umgeben von einem kahlen Wald, tauchte sie dann plötzlich vor uns auf. Die Commerzbank Arena. Etwas verwirrt von den äußerst laschen Eingangskontrollen machten wir uns dann etwa eine halbe Stunde nach Ankunft in der Messestadt auf in Richtung unseres Blocks 20A. Fünf Minuten später war auch diese Etappe erfolgreich gemeistert und wir warfen zum ersten Mal einen Blick in das Innere der WM Arena. Und ich muss ehrlich zugeben, dass die Frankfurter schon genau wissen, wie man ein Bundesligaspiel inszenieren kann.

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Dazu noch die beeindruckende und lautstarke Westtribüne und eine perfekte Fußballatmosphäre war perfekt. Das Spiel selbst war dies allerdings überhaupt nicht. Erschreckend schwacher 96er, die von erschreckend schwachen Fans mehr oder weniger unterstützt worden sind verloren also fast zwangsläufig mit 0:2. Das Spiel war gegessen, die Rückfahrt stand bevor. Bahntypisch begann sie mit einer Verspätung, ging dann weiter mit einer „Deportierung“ der Fans in einen anderen Zug, der schon am Hauptbahnhof in Mainhatten bereitstand und mündete schließlich in das mit Abstand lustigste, was ich je in einem Fanzug erlebt hatte. Denn als sich die erste allgemeine Aufregung legte, stand er plötzlich da: Roy Präger! Die alte Wolfsburger Schnapsdrossel hatte sich neben der Kickerei wohl noch als Polizist ein zweites Standbein geschaffen und passte nun schön darauf auf, dass sich zwischen den einzelnen Abteilen die Bodenbeläge nicht unerwartet lösen. Anders kann ich mir dieses unglaublich sinnlose Rumstehen der Beamten nicht erklären. Anfangs waren wir uns nicht so sicher, ob wir den echten Roy Präger vor uns hatten, aber ein Blick auf seine Nase ließ dann keine Zweifel mehr zu. Er war es definitiv! Auch seine Körpergröße von geschätzten 1,49m ließ uns immer fester daran glauben, dass er es wirklich war. Nach knapp einer Stunde Fahrzeit war Roy dann auch schon extrem angepisst, weil er wohl nicht wahrhaben wollte, dass man ihn als ehemaligen Fußballprofi erkannte. Berufsrisiko! So rasten wir also mit dem einzig wahren Roy mit 258 km/h durch Wolfgang, ohne auch nur irgendwelche dumpfen Geräusche wahrzunehmen. Doch dann standen wir irgendwann. Und wir standen und standen und standen. Nichts ging mehr voran. Bis vielleicht auf den Hunger, der sich immer wieder bemerkbar machte. So kam es dann, dass im Namen von „Takahara International“ bei der Auskunft angerufen wurde, um einen Pizzabringdienst zum Zug zu lotsen. Das einzige Problem an der Sache war, dass diese unfähigen Angestellten der Auskunft nicht in der Lage sind, die Pizzabringdiensttelefonnummern zwischen Frankfurt und Hannover rauszusuchen. Und das obwohl wir eindeutig klar machten, dass wir direkt an einem Pfeiler gestrandet waren. Auch Roy konnte uns nicht weiterhelfen. Irgendwann ging es dann aber auch mal weiter, weil die gezogene Handbremse irgendwann wieder gelöst wurde. Kaum war das eine Problem gelöst, schon entstand das Nächste. Sowohl Kippen, als auch Bier neigten sich dem Ende. „Haste Kippen?!?“ entwickelte sich zur meist gestellten Frage des Abends. Leider mit geringem Erfolg. Doch mit Roy vor der Nase wurde die K – Frage schnell zur Nebensache. Angepisst versuchte er uns zu ignorieren, aber wenn wir Fußballfans mal einen Weltstar wie Roy Präger vor uns haben, dann geben wir nicht so schnell auf. Doch leider nahm er unsere zahlreichen Einladungen nicht ein und ignorierte und konstant. Kurz nach Bebra machte sich jedoch der Durst wieder deutlich bemerkbar, sodass wir Diana, die sich netterweise dazu bereiterklärte, in Richtung Getränkeabteil schickten. Kurz vor Göttingen kam sie dann wieder und brachte uns kleine Annehmlichkeiten in Form von Gerstensaft mit. Sie selbst hatte es natürlich nicht nötig, sich selbst etwas zu kaufen geschweige denn, es selbst zu bezahlen. So wurde also alles, was das Diansche Herz begehrte schnell zusammengeschnorrt. Ich bin mir relativ sich, dass sich diese Frau auch wochenlang ohne einen einzigen Cent in der Tasche zu haben, durch die luxuriösesten Lebensstandards schnorren kann. Hannover, oder wie es die Frankfurter schreiben würden „Hannowa“, rückte immer näher und Roys Laune näherte sich immer mehr dem Tiefpunkt. Zumindest sah er , als der Zug in den hannoverschen Hauptbahnhof einfuhr, nicht sehr glücklich aus. Er hatte sich in weiser Voraussicht schon einmal ein kleines Guckloch in die Scheibe geschaufelt und konnte so seine Flucht vor den bösen Fußballfans exzellent planen. Es half aber nichts. Freundlich wie wir sind, verabschiedeten wir uns noch von ihm und machten uns dann auf den Weg nach Hause. Und somit war dann auch die lustigste Auswärtsfahrt einmal zu Ende. Eine Fahrt, auf der ich gemerkt habe, wie sehr ich Dialekte hasse.


Nebenbei möchte ich hiermit meinen Rücktritt vom Fanzugfahrens bekannt geben. Dies war sie nun, die definitiv letzte Auswärtsfahrt mit der deutschen Bahn! Und sie war Ihrer mehr als würdig. An dieser Stelle möchte ich auch noch mal Carsten und im Speziellen Diana für diesen wunderschönen Tag danken!

2 Kommentare 4.3.07 01:48, kommentieren

Auswärtsfahrt nach Leverkusen

Bis auf den Geburtstag von Julia stand mir eigentlich ein eher ruhiges Wochenende bevor, zumindest dachte ich das. Weit gefehlt. Mittwoch Nachmittag ereilte mich "ein dringender Anruf" von Diana. Sie pflegt es ja wie kaum eine andere, den Satz "Ich brauch Geld!" in so ein unauffälliges Kostüm zu verpacken. Diesmal lautete die Variante "Bis heute um 19 uhr kannst du dir überlegen ob du zeit lust und 27,50 € hast um mit mir nach leverkusen zu fahren. 13,75 € für meine karte würdest du selbstverständlich am ersten wieder bekommen.". Die Entscheidung musste also relativ spontan getroffen werden und was soll ich sagen? Die letzte Auswärtsfahrt war immerhin schon knapp drei Monate her und Lust hatte ich schon. Also stand ich am Samstag um 10:15 Uhr auf dem Bahnhof in Seelze und machte mich also zusammen mit Diana auf den Weg nach Leverkusen. Vier Stunden Zugfahrt standen uns bevor, also galt es für ein Mittel gegen die Langeweile zu sorgen. Mein Mp3 - Player stand stellvertretend für dieses Mittel. Also beschäftigten wir uns zunächst mit gepflegter Musik, bis wir uns dann dem Verhältnis zwischen Männern und Frauen widmeten. Um ca 14:30 Uhr war dann Leverkusen erreicht. Begleitet von den legendären "Village People" machten wir uns dann auf die letzten Meter Richtung BayArena. Die Sonne lies den Tablettentempel in einem warmen Frühlingslicht erstrahlen, T - Shirt - Wetter war angesagt.


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Das Spiel selbst war dann von dem frühen Führungstreffer durch Jan Rosenthal, dann von ausgelassenen Chancen geprägt. So wurde es dann unfreiwilligerweise in den letzten Minuten viel zu spannend, weil Leverkusen auf einmal doch noch etwas investierte. Der Schlusspfiff erlöste dann das Kollektiv im Gästeblock. Als dann nach Spielende die restlichen Endergebnisse bekanntgegeben wurden, war auch Dianas königsblaues Herz befriedigt. Gegen Viertel vor Sechs gings dann wieder Richtung Bahnhof, wo dort eine mehr oder weniger angenehme Diskussion mit Spritti folgte. Naja, irgendwann kam dann auch unser Zug, mit dem wir uns dann schließlich auf den Heimweg machen konnten. Selbiger war dann unerwartet unspektakulär beziehungsweise, das, was ich mitbekommen habe. Die Müdigkeit machte sich einfach zu sehr bemerkbar. Gegen 22:00 hatten wir dann unsere Heimat erreicht und empfangen Niedersachsens Hauptstadt erst einmal mit einer Rauchbombe. Knapp eine Dreiviertelstunde später fiel ich dann glücklich, aber erschöpft in mein Bett und versuchte den Schlaf, der mir übers Wochenende abhanden gekommen war, wieder aufzuholen.

Abschliessend möchte ich Diana, die sich übrigens an diesem Nachmittag Waren im Gesamtwert von ca 50€ zusammengeschnorrt hat, für diesen wunderschönen Fussballtag danken.

2 Kommentare 18.2.07 13:33, kommentieren

Ein Fussballabend der besonderen Art

Endlich mal wieder Pokal, endlich mal wieder ein "echtes" Flutlichtspiel und das alles endlich mal wieder in Hannover. Pokalspiele sind immer wieder etwas ganz besonderes. So auch das DFB - Pokal Achtelfinale am vergangenen Mittwoch. Zu Gast waren die Zebras aus Duisburg. Aber alles nacheinander. Nach einem äußerst stressigen, aber u.a. auch äußerst erfolgreichen (gelle Diana) Tag ging es also aufgrund einer Fahr- und anschließender Kreativstunde um 18:17 Uhr mit der S - Bahn in Richtung Hannover. Später als gewohnt, nämlich um kurz vor Sieben, hatte ich also die AWD Arena erreicht. Nachdem ich die Drehkreuze passiert hatte, machte ich mich also auf die letzten Meter in Richtung des Blocks N5. Dort angekommen liefen dann auch schon die Mannschaften aufs Feld, Punktladung! Nun hieß es also: Mindestens 90 Minuten Pokalaction. Und ab der ersten Minute an kam diese besondere, diese einzigartige Pokalstimmung auf. Und diese Pokalstimmung übertrug sich scheinbar auch auf die Mannschaft, Von Anfang an war es eigentlich ein Spiel auf ein Tor und nach einer halben Stunde hätte es schon gut und gerne 3:0 oder 4:0 stehen können. Aber wir sprechen ja schließlich von Hannover 96 und somit zwangsläufig auch von einer miserablen Chancenauswertung. Egal ob es jetzt Thommy Brdaric mit mehreren Großchancen, Jan Rosenthal oder sonst wer war. Das Ding wollte einfach nicht rein - bis zu diesem Zeitpunkt. Dann erreichte eine präzise Flanke den Kopf des Jiri S. Der Ball zappelte im Netz, die Arena stand Kopf. Doch plötzlich nahm ich aus dem Augenwinkel eine gelb - orangene Fahne war. Der Kollege von Herrn Wagner hatte offensichtlich etwas gegen die Party. Es stand also weiterhin 0:0. Kurz vor der Pause schaffte es Hanno Balitsch dann Unglaublicherweise, denn Ball aus drei Metern Entfernung 5,43m über das Tor zu dreschen. Aber genau dieser Hanno Balitsch war es dann, der zwei Minuten nach der vergebenen Großchance aus knapp 30 Metern einfach mal abzog. Duisburgs Keeper Georg Koch, der an und für sich kein Schlechter ist, ließ den Ball freundlicherweise die Torlinie passieren. Endlich! 1:0! Und das kurz vor der Pause, ganz wichtig. Aufgrund der Duisburger Harmlosigkeit waren sich jetzt schon fast alle 40000 im Stadion sicher, dass das der Siegtreffer sein musste. Auch nach der Halbzeitpause kam kaum noch Gefahr auf. Bis auf eine Szene, in der sich der Ex - Hannoveraner Idrissou davongestohlen hatte. Doch unser Keeper Robert Enke reagierte sensationell und parierte die einzige Chance der Duisburger. Ca 32 versemmelte Torchancen später war er dann geschafft! Viertelfinale!!!

Somit endete das Jahr 2006 versöhnlich mit einem 1:0 über den MSV. Und nun geht sie wieder los, die elendig lange Winterpause!   

 

1 Kommentar 21.12.06 21:52, kommentieren

Auswärtsfahrt nach Gelsenkirchen

Nach knapp einem Jahr war es mal wieder soweit. Ein ging wieder in den Pott, diesmal aber nicht nach Dortmund sondern nach Gelsenkirchen. Wir, das waren Diana, Daniel und sein Kumpel, dessen Name mir spontan entfallen ist, entschlossen uns spontan doch nicht mit den einschlägig bekannten Bimmelbahnen, sondern mit einem Fanzug Richtung Gelsenkirchen zu fahren. Pünktlich, wobei "pünktlich" bei der deutschen Bahn relativ ist, ging es dann um zehn nach elf in Hannover los. Planmäßige Ankunft in Gelsenkirchen sollte dann um viertel vor zwei sein. Also lagen nun knapp zweieinhalb Stunden vermeindlich langweilige Zufahrt vor uns. Kurz nach Neustadt a. Rbg. packte Diana dann das Kartenspiel endlich aus. Knapp zwei Stunden und gefühlte 941 verlorenen Partieen später erreichten wir dann den Pott. Auf dem Weg nach Schalke ließen wir Wanne Eickel und Castrop Rauxel hinter uns und um zehn vor zwei war es dann geschafft. Wir erreichten Gelsenkirchen. Auf dem Weg runter Richtung Busshuttle ließ man dann auch schon mal die eine oder andere Kiste Bier fallen, sodass die Polizei "scharf" gemacht wurde. An den Bussen angekommen stürmten wir selbige und sicherten uns die begehrten Sitzplätze. Eine Viertelstunde später kam dann der Busfahrer auf die glorreiche Idee, seinen Bus Richtung Veltins Arena zu bewegen. 20 Minuten später erreichten wir dann die Arena. Diese 20 Minuten waren allerdings länger als mir lieb war, denn kurz nachdem der Bus sich am Bahnhof in Bewegung setzte, machte sich Diana schon auf den Weg Richtung Daniel, der im hinteren Teil des Busses saß. Diese Gelegenheit nutzte ein unglaublich ekelhafter Mann, ich nenne ihn einfach mal Siggi, scharmlos aus. Siggi setzte sich neben mich. Ab sofort wurden Linkskurven für mich zum puren Horror. Denn Siggi hatte nur ein Hobby, und das war Sabbern. In Linkskurven setzte sich also Siggi dann, bedingt durch die Fliehkraft, in Bewegung, er kam mir immer näher, denn anstatt sich festzuhalten, drückte mich Siggi immer näher an die Scheibe. Gegen Ende der Busfahrt wurde Siggi dann anscheinend immer müder. Ich wartete nur noch darauf, dass er so langsam seinen sabbernden Schädel auf meine Schulter ablegt. Gott sei Dank war die Fahrt dann auch irgendwann zuende. Wir waren also angekommen und alle stürmten aus dem Bus. Auch wir sammelten uns vor dem Eingang. Wobei Eingang maßlos übertrieben wäre. 3000 Fans wurden durch sage und schreibe vier schwimmbadähnliche Drehkreuze gelenkt. Danach folgten dann die Leibesvisitationen. Wer auch diese über sich ergehen ließ, durfte dann Richtung Freigehege, besser bekannt als Gästeblock. Im Block angekommen überblickten wir die Situation im Block kurz um uns einen guten Platz zu suchen. Vergeblich, uns blieb nur noch die vorletzte Reihe, aber das war uns in diesem Moment egal. Das Spiel an sich kann man schnell schildern. 1:0 Schalke, 2:0 Schalke, 2:1 Schalke.


Wir verloren also das Spiel. Direkt nach dem Spielende ging es dann wieder in Richtung Busshuttle. Auf dem Weg dorthin erklärte uns Diana, dass die mit einem Bekannten die Heimreise im Auto antreten würde. Das war zwar nicht die feine englische Art aber auch nicht mehr zu ändern. Wir waren also nur noch zu dritt und quetschten uns in einen Bus. Eine halbe Stunde später machte dieser sich dann auch auf den Weg Richtung Hauptbahnhof. Dort angekommen versorgten wir uns noch schnell mit Getränken für die Rückfahrt. Im Bahnhof hatte uns die Polizei dann netterweise schon von den Einheimischen rigoros abgetrennt. Nach kurzer Kartenkontrolle stiegen wir also in den Zug Richtung Hannover. Doch schon zehn Minuten später war uns klar, dass die kommenden zweieinhalb Stunden die längsten unseres Lebens werden sollten, denn wir wurden schon von alkoholisierten Fans begrüsst. Natürlich setzten diese sich sofort zu uns ins Abteil. Nunja, kurz nach Bochum war dann auch der letzte Fan, uns ausgenommen, einwandfrei blitzeblau. Erst kurz nach Minden legte sich dann die Stimmung wieder, weil sich unter den Betrunkenen so langsam die Müdigkeit bemerkbar machte. Nun hatten wir ca eine halbe Stunde so etwas wie Ruhe. Nach drei Stunden hatten wir dann wieder Hannover erreicht. Schließlich setzten wir uns in die S Bahn nach Seelze und um viertel vor elf hatte ich es schließlich geschafft.

 

Das war sie, die Auswärtsfahrt nach Gelsenkirchen. Und ich kann euch sagen, es war definitiv nicht die Letzte!

3 Kommentare 7.11.06 21:30, kommentieren